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 Villa von Lyon

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Dariana
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Weiblich Anzahl der Beiträge : 155
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Beitrag© By Dariana So Jun 07, 2009 6:53 pm

Fasziniert erwiederte Dariana den Blick von Lyon. Seine Augen waren außergewöhnlich und sicher ein Magnet für viele Frauen. Sie war erstaunt wie sanft sein Blick war, denn eigentlich hätte sie eher gedacht dass ihr Problem für einen Vampir eher etwas profanes darstellte. Alles was mit dem Tod zu tun hatte musste für sie in jeder Form etwas sein, was sie schon unendlich oft gesehen oder selber miterlebt hatten. Wenn es um Familienangehörige ging war das sicher noch etwas anderes als wenn es um jemanden ging, den man kaum kannte. Damit meinte sie nicht Gleichgültigkeit aber doch eine gewisse Gelassenheit. „Ich hatte niemals den Anspruch stark zu sein, schon gar nicht um anderen zu imponieren. Aber ich hatte immer den Anspruch in dem was ich tue gut zu sein, zu wissen was ich tun muss und was ich besser lasse. Ich wollte nützlich sein in meinem Job und nicht nur einfach meine Arbeit erledigen. Ich wollte für meine Mom immer Jemand sein dem sie nicht egal wird weil ihr Verstand nicht mehr arbeitet und ich wollte immer darauf achten dass es ihr so gut geht wie es geht. Und nun bin ich dazu verdammt die Hände in den Schoss zu legen und auf etwas zu warten was für mich stockdunkel ist, wozu ich bisher keinen Zugang hatte. Ich kann und muss mich nun auf mich konzentrieren und auf niemanden sonst. Das erfordert schon ein nicht unerhebliches Umdenken.“ Mach Dein Ding meinte Lyon. Aber was war ihr Ding? Was wollte sie und was konnte sie tun? Eigentlich war es egal, sie würde einfach tun was ihr Spaß machte. Sie brauchte nicht mehr ein eventuelles Risiko kalkulieren. Hopp oder Top konnte nun ihre Devise lauten.

Aber sie musste nun erst einmal einige Dinge erledigen die unumgänglich waren. Es war Wochenende und sie hatte frei. Bis Montag würde sie niemand vermissen und am Montag würde sie all die Dinge tun, die sie dann von aller Verantwortung entband. Den Arbeitgeber anrufen, im Pflegeheim anrufen und sich Gedanken machen was passieren würde wenn es ihr schlechter gehen würde. Sie würde dann ebenfalls auf Hilfe angewiesen sein. Würde sie diese Hilfe aber in Anspruch nehmen wollen und nicht selber eine Lösung wählen die für sie angenehmer war als ein Pflegeheim? Entschlossen blendete Dariana diesen Gedanken aus. Noch ging es ihr gut, noch wollte sie leben. Ein wenig skeptisch sah sie den Vampir an. „Ganz viel essen? Du bist ein Optimist. Im Moment habe ich das Gefühl Zement im Magen zu haben.“ Aber es war richtig, sie musste essen. „Ok, ich gebe mich geschlagen. Ich werde essen. Und ich gebe mir Mühe ausreichend zu essen.“ Bei der Vorstellung von Lyon der nackt am Nordpol stand musste sie lachen und war selber erstaunt dass es herzlich war wie sonst auch immer. „Am Nordpol ist es frisch, da hast Du wohl recht. Aber wahrscheinlich wirst Du dort nicht allein stehen, denn wenn Du nackt durch die Welt zum Nordpol ziehen würdest, hättest Du wahrscheinlich bald mehr Gesellschaft als Dir lieb ist.“ Langsam trottete Dariana hinter Lyon her und bemerkte wie sie sich langsam ein wenig beruhigte. Panik würde ihr nicht helfen sondern ihr eher im Weg stehen.

Sie blieb ebenfalls stehen als Lyon ihr eine Antwort bezüglich des Sterbens gab. Dass viele Menschen wussten dass es ihnen nach dem Tod besser gehen würde fand sie erstaunlich. Sie wusste nur dass mit dem Tod alles das endete was sie als normale Existenz ansah. Aber war das beruhigend? Erstaunt hob Dariana beinahe unmerklich eine Augenbraue. Lyon war auch krank gewesen? Und dann war es wieder da. Die Verlockung in seiner Stimme. Die Erklärung dass der Tod durch einen Vampir sich vom normalen Sterben unterschied. Die Information dass irgendein Vampir so lange gewartet hatte bis er es für den optimalen Zeitpunkt hielt um Lyon zu wandeln. Da war es wieder dieses ihr völlig fremde und sogar verstörende. War der Tod durch einen Vampir eine Erlösung? Zog Lyon etwas derartiges für sie in Betracht? Warum sollte er so etwas tun? Hatte er so etwas schon öfter getan? Daran dass es für ihn ein ernsthaftes Thema war, ließ der Tonfall seine Stimme jedenfalls keinen Zweifel. Dariana bezweifelte dass dieses Thema für Lyon ein häufiges war, warum hätte sie nicht sagen können. Und nach wie vor hatte sie ein erheblich ungutes Gefühl bei dem Gedanken an eine solche Zukunft für sie selber. Sie versuchte diese Gedanken zu verdrängen. Dass das sinnlos war, war ihr bewusst. Denn bisher hatte Lyon alles ’gehört’ was er hören wollte. Trotzdem waren ihr diese Gedanken peinlich, weil sie Angst hatte dass Lyon sie als aufdringlich empfinden könnte.

„Gut, gehen wir etwas essen.“...sagte sie mehr Lyon zu Gefallen als aus eigener Überzeugung. Dariana war eine sehr gute Köchin und ihr machte das Kochen Spaß – zumindest hatte es vor noch nicht langer Zeit viel Spaß gemacht. Sie war gespannt was nun auf sie zu kommen würde trotz ihres fehlenden Appetits. „Ein 3-Gänge-Menue?“...fragte sie beinahe entsetzt musste aber trotzdem lächeln. Sie würde versuchen mit Lyon Schritt zu halten und wenn es nur war weil er sich unglaubliche Mühe mit ihr gab. Dariana sah in den Kühlschrank und war verblüfft. Bei einem Vampir hätte sie deutlich andere Dinge im Kühlschrank erwartet als das was sie nun vor sich sah. Der Küchenchef eines Gourmet-Restaurants wäre blass vor Neid geworden. Die verschiedensten und sogar ausgefallene Möglichkeiten waren gegeben. „Gesteh Lyon, wen fütterst Du außer mir noch?“....sagte sie lachend und war wieder erstaunt dass es ihr trotz ihres Angstgefühls ungekünstelt gelang. Sie sah verschiedene Meerestiere und Zutaten die man für diverse Saucen nutzen konnte, es gab ein Stück Rindfleisch, Geflügel und ein Stück Schweinefleisch, verschiedene Sorten von Wurst, sie sah verschiedene Sorten von Gemüse sowie einen Salatkopf, Gurken, Tomaten, Obst.....eben alles was das Herz begehrte. „Musst Du nicht vieles davon wegwerfen? Es ist unglaublich viel was Du hier hast.“....sagte sie verblüfft. Die Auswahl fiel schwer und entschlossen richtete sich Dariana wieder auf. „Ich überlasse Dir was wir machen. Ich kann mich ehrlich nicht entscheiden. Wenn Du so viele Lebensmittel hast wirst Du auch wissen was man damit machen kann. Dein Kuchen war schon sehr überzeugend. Ich glaube egal was Du machst, es wird schmecken.“ Gespannt wartete sie nun was Lyon ihr vorschlagen würde. Vielleicht kam der Appetit ja beim Essen. Sicher wäre es gut für sie wenn sie vernünftig essen würde.
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Nina Williams
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Beitrag© By Nina Williams So Jun 07, 2009 8:02 pm

Eigentlich war sie ganz froh darüber, das sie nicht unmittelbar neben Integra und Cain lag, denn das hätte sie grade mehr als nur unangenehm gefunden. Von draußen hörte sie Stimmen, die sie bisher noch nie gehört hatte doch es schien so als würden sie Cain wieder zur Vernunft bringen. Langsam hatte sie wieder etwas Gefühl in ihren Gliedern und konnte sich wieder bewegen, endlich. Es gab nicht sehr viele Dinge die sie wirklich hasste aber sich nicht bewegen zu können, gehörte eindeutig dazu.
Als Integra zu ihr kam, funkelte sie diese mehr als nur hasserfüllt an, blieb aber reglos am Boden bis sie ihre Hand an ihrem Hals spürte, da fing sie leise an zu knurren. Der Energiestoß war mehr unangenehm als wirklich schmerzhaft und als sie sich entfernte, fing sie leise an zu lachen. "Wir werden uns sicher wiedersehen." gab sie nur zurück ehe sie sich langsam aufrichtete. Nein, Integra würde sie so schnell nicht vergessen, sie würde es noch bereuen, das sie ihr eine Niederlage zugefügt hatte.
Es dauerte nicht sehr lange, bis Nina draußen auftauchte, innerlich kochend und nach außen wie Eis wirkend.
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Beitrag© By Lyon Di Jun 09, 2009 9:46 pm

Lyon drehte sich zu Dariana und griff ihr Gesicht und umfasste es mit beiden Händen. „Dariana, das Wichtigste ist, dass du jetzt anfängst zu leben. Dass du auf dich achtest und nicht auf jemand anderen. Du wirst und musst deinen Weg jetzt finden.“ Dann lehnte er sich zu ihr und streifte fast mit den Lippen ihr Ohr. „Die Menschen finden ihre Wege oftmals erst, wenn ihr Ende nahe ist.“ Er sah Dariana an und lächelte sie dann liebevoll an. „Merke es dir. Ich kann dir helfen, wenn du möchtest. Ich biete dir meine Hilfe an und werde sie nicht ausschlagen. Du bist nicht allein, denk daran.“ Er zwinkerte und dann gingen sie weiter. „Allerdings denke ich, dass man sich um deine Mutter kümmern wird. Schließlich hat sie es in diesem heim doch schon länger ausgehalten und wenn du nun nicht kannst, nicht mehr willst und dein Leben lebst – dann ist es halt so.“ er beäugte Dariana beinahe kritisch und seufzte dann merklich. „Es ist traurig, zu sehen, wie ein Leben äußerlich zu verwelken scheint. Alte Menschen sind im Kopf so lebendig wie du und ich und ihr Körper ist nicht mehr in der Lage … Ich wollte nie alt werden.“ Begann Lyon und sah Dariana an. „Altwerden hatte für mich schon eine enorme Angst mit sich. Ich habe mich davor gefürchtet … alt zu sein. Alt, schrumpelig, vielleicht liebt mich meine Frau dann nicht mehr.“ Er sah sie ernst an. „Und dann kam er …“ er beäugte Dariana und etwas in seinen Augen schien zu flammen. Es war die Verruchtheit, die Verlockung des Todes eines Vampirs. „Nie hat er mich gelehrt, nie hat er sich mir wirklich gezeigt. Er war mein Mentor und hat seine Pflicht nie eingelöst. Ich bin 600 Jahre alt und habe keinen einzigen Zögling. Ein Mensch muss das Leben lieben und genießen, sonst ist er als Vampir für die Unsterblichkeit unfähig.“ Er begann zu lachen. „Die Ironie hierbei ist: Morgaine hat mich gelehrt, wie man als Vampir zu leben hat. Sie hätte mich umbringen können, aber sie hat sich meiner Seele erbarmt.“

Während er vor dem Kühlschrank kniete und einen Blick hineinwarf, überlegte er, was es zu essen geben sollte. „Zement hast du nicht mehr im Magen, wenn dir der Duft des Essens in die Nase steigt, vertrau mir einfach.“ Er zwinkerte und holte als erstes die Garnelen aus dem Kühlschrank. „Wir machen einen Salat mit Garnelen, was sagst du?“ er legte sie ab und öffnete die Tür erneut. Dann griff er nach dem Salat und holte das Schweinefilet raus. „Nicht ganz durch, gute Soße und schönes Gemüse.“ Seufzte er und griff nach ein paar Dingen. „Und zum Schluss …“ er beugte sich weiter vor und saß schon fast im Kühlschrank als er mit einer Honig- und Wassermelone wieder auftauchte. „… essen wir Melone.“ Er lächelte und legte alles auf der Arbeitsplatte ab. „Warum ich so viel Essen habe? Ach der Hauptgrund ist eigentlich, dass Morgaine und Ich fast mehr bei dem anderen wohnen, als bei uns Zuhause. Sie kauft sehr oft ein und berät mich. Sie hat mir Kochen beigebracht.“ Er wusch den Salat wobei er sich wieder einmal mit dem Wasserhahn anlegte. „Ich sollte diese Küche vielleicht öfters benutzen.“ Brummte er und zog heftig am Wasserhahn. Das Wasser plätscherte raus und benetzte die Blätter des Salats. „Willst du schneiden?“ fragte er und schob auf ihre Seite ein Brett und ein Messer. Danach schob er den gewaschenen Salat rüber.

Er wartete nicht auf ihre Antwort und suchte etwas für Soße zusammen und entschied sich, dass Filet anzubraten. Konzentriert stellte er den Herd an und blickte dann lächelnd zu Dariana, die sich allmählich mit dem großen Messer vertraut machte. „Noch nie in der Hand gehabt, nehme ich an, oder?“ er lächelte und stellte sich hinter sie und griff ihre Hände und zeigte ihr, wie sie die Finger krümmen musste, um sich nicht zu verletzen. Dann führte er ihre Hand und grinste. „Ich wusste doch, dass dir das liegt … Warum wohl auch.“ Er lächelte und hielt dann die Hand über die Pfanne, die noch immer nicht warm war. Ein leises Seufzen wich über seine Lippen. Dann machte er sich neben Dariana an den Melonen zu schaffen. Genüsslich steckte er sich ein Stück der Wassermelone in den Mund. Er liebte Honigmelone, auch wenn er sie kaum schmecken konnte. „Auch was?“ er hielt ihr ein Stück Melone hin. „Wir müssen aufpassen, sonst haben wir gleich keine mehr. Ich liebe Melone.“ Mittlerweile tropfte der ganze Melonensaft auf seinen Oberkörper. Er hatte es noch nie geschafft eine Melone ohne Probleme wirklich zu schneiden. Er blickte wieder rüber zur Wanne, aber das Öl in der Pfanne, tat noch immer nichts. „Die braucht aber auch lange …“
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Beitrag© By Dariana Do Jun 11, 2009 8:49 pm

Dariana war eine gute Köchin und liebte ausgefallene Gerichte. Allerdings war sie eher die Köchin der ’groberen Art’. Wenn sie Salat schnitt, dann konnten die Tomatenstücke oder Gurkenstücke durchaus etwas größer sein. Ausserdem benutzte sie – entgegen der meisten anderen Menschen – eher kleinere Messer. Das Messer das Lyon ihr gereicht hatte war ziemlich groß, lag aber trotzdem gut in der Hand. Nachdem sie eine Weile ausprobiert hatte wie man es am besten hielt und Lyon ihr dabei geholfen hatte, ging es immer besser. Nun hatte sie Zeit sich mit dem was Lyon gesagt hatte auseinander zu setzen. Natürlich hatte er recht wenn er meinte sie solle versuchen das Beste aus ihrer Situation zu machen und zu tun was ihr gefiel. Das würde sie auch tun, nur brauchte sie eben eine gewisse Zeit um sich an den Gedanken wahrscheinlich nicht mehr lange zu leben vertraut zu machen und ihn zu akzeptieren. Das ging nicht von Jetzt auf Gleich. Kaum ein Mensch würde sagen: Ich werde nicht mehr sehr lange leben, aber egal, ich lebe nun einfach so gut es geht und alles ist schön. Und er hatte sein Angebot wiederholt und sich als eine Person angeboten, die immer für sie da sein würde.

Wie sie vermutet hatte, hatte Lyon bisher noch niemanden verwandelt. Das ließ bei ihr ein Gefühl von Sicherheit entstehen. Er würde sie nicht einfach überrumpeln. Erstaunt sah sie Lyon an. „Du hattest Angst vor dem Altern? Das ist aber doch ein völlig natürlicher Prozess und wenn Du alterst, dann altert Deine Frau doch auch.“ Nein, Angst vor dem Altern hatte Dariana noch niemals gehabt. Sie hatte mehr vor den Wehwehchen die das Alter mit sich brachte Angst und vor deren Konsequenzen. Als negatives Beispielt hatte sie ihre Mutter vor Augen. Sie litt nicht unter ihrer Krankheit, das war wohl wahr. Aber so zu altern empfand Dariana als furchtbar. Das wollte sie nicht, aber ausschließen konnte man so etwas einfach nicht. Das konnte niemand. „Woran hast Du gelitten Lyon?“...fragte sie leise. Sie erkannte an der Art wie er von seiner Wandlung durch einen Vampir erzählte, dass für ihn nach wie vor eine Faszination darin lag und er strahlte dabei etwas aus, was auch sie in gewisser Weise in seinen Bann zog. Aber dann kam eine Information, die ihre eigenen Bedenken dick unterstrich. Der Vampir der ihn gewandelt hatte, hatte ihn im Stich gelassen. Und trotzdem war er nach wie vor fasziniert! Das war etwas, das für sie nicht nachvollziehbar war. Für sie war das eine sträfliche Tat die unakzeptabel war. Wenn eine Frau ein Kind bekam hatte sie sich darum zu kümmern. Ähnlich empfand sie es bei einer Wandelung in ein völlig anderes Wesen als es ein Mensch war. Dadurch wurde der ehemalige Mensch zu etwas ähnlichem wie einem Baby. Er brauchte ihrer Meinung nach Schutz und Hilfe wo es nur ging.

Lyon hatte versprochen zu ihr zu stehen. Er würde anders handeln. Und trotzdem.....“Sind für Dich denn Lebensmittel überhaupt so schmackhaft dass Du sie immer wieder zu Dir nimmst? Ich finde das erstaunlich, ich hätte damit niemals gerechnet.“ Während sie mit Lyon sprach schnitt sie immer sicherer mit dem großen Messer den Salat. Wieder focht Lyon einen Kampf mit dem Wasserhahn aus, aber diesmal ging es etwas besser für ihn aus als im Bad. Dariana nahm das Stück Melone von Lyon an und wunderte sich erneut über seine Begeisterung für Lebensmittel. Morgaine hatte ihn also gerettet und ihm geholfen das zu lernen was er benötigte und offensichtlich einiges andere mehr. Sie hatte gute Arbeit geleistet. In Gedanken versunken schnitt Dariana weiter ihren Salat und hob den Kopf als Lyon bemängelte dass sich in der Pfanne nichts tat. In diesem Moment der Unachtsamkeit schnitt sie sich mit der großen Klinge heftig in den Finger. „Autsch!!“...entfuhr es ihr. Sie verstummte und starrte auf den dicken Tropfen Blut auf der Arbeitsplatte und sah zu wie sich ein weiterer von ihrem Finger löste und sich zu dem ersten Tropfen gesellte.

Zunächst dachte Dariana an nichts. Sie sah sich nur suchend nach einem Stück Küchenpapier um. Erst sehr verzögert drang in ihren Verstand dass sie ’gut roch’. Und wenn sie gut roch, wie roch dann ihr Blut? Lyon mochte nach eigener Angabe kein Blut, aber es stellte nun einmal seine eigentliche Nahrung dar. Sie sah den Vampir nicht an, ging aber entschlossen zur Rolle Küchenpapier das sie nun entdeckt hatte und riss ein Blatt davon ab. Sie umwickelte ihre Fingerkuppe damit und sah zu wie das Papier innerhalb weniger Sekunden völlig durchnässt war. Die Stille im Raum hatte plötzlich etwas seltsames, denn vor wenigen Sekunden waren noch ihre Stimmen zu hören. Nun war es beinahe unheimlich still.
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Beitrag© By Lyon Di Jun 16, 2009 12:23 pm

Eine Weile beäugte Lyon Dariana und sah ihr beim Schneiden zu. Dann steckte auch er sich wieder ein Stück Melone in den Mund und kaute darauf rum. Manchmal fragte er sich, ob es seine Erinnerung war, die ihm den Geschmack von Melone brachte oder ob es wirklich noch der Geschmack selbst war, denn er schmeckte. Er glaubte, dass ihm diese Frage nie beantwortet werden kann und er glaubte ebenfalls, dass das gut so war. „Stimmt, ich war krank.“ Begann Lyon und schnitt weiter an der Melone rum. „Vermutlich war es eine Blutkrankheit. Manchmal ging es mir sehr schlecht und dann plötzlich wieder gut. Typisch für diese Zeit waren die Ärzte natürlich überfordert und verschrieben mir allerlei Wundermittel. Elefantenstoßzähne als Pulver in den Wein gemischt und solche Sachen, man kennt es ja.“ Lyon zwinkerte und grinste dann. „Der Vampir überfiel mich in der Nacht, als es mir schlecht ging und ich aufstand und auf dem Balkon stand und in die Nacht blickte. Ich tat das immer, weil ich glaubte, dass ich sterben würde und dann hätte ich das schönste der Welt gesehen: Die Sterne.“ Er lächelte verträumt und steckte sich wieder ein Stück Melone in den Mund. „Jetzt muss ich aber aufhören, sonst haben wir gleich nichts mehr.“ Murmelte er schmatzend.

Er registrierte ihre Gedanken auf sein Angebot. Manchmal bedauerte er, dass man einem Menschen diese Unsterblichkeit nicht wieder nehmen konnte. Dass man dieses Leben einfach mal erlebt und ausprobiert und es ablehnen kann, wenn es einem doch nicht gefällt. „Morgaine war frisch gefallen. Vielleicht 100 Jahre lagen zwischen ihrem Fall und sie hatte mich entdeckt. Ich wollte sie anfallen und trinken, ich konnte meine Triebe als Vampir noch nicht kontrollieren. Ich dachte, wenn ich das Blut eines Engels trinke, werde ich stark und unbesiegbar und ich lerne vielleicht etwas. Wenn man das Blut eines Wesens trinkt, dann bekommt man automatisch einen Fächer von Erinnerungen des Menschen. Und das kannst du dein ganzes Leben lang abrufen, wenn dir diese Erfahrungen etwas nützen sollten. Und das wollte ich bei ihr. Doch sie hat mich gefangen wie ein Tier und mir gedroht, dass sie mich tötet.“ Lyon kam Dariana fast gefährlich nahe. „Ich kann dich lehren zu verstehen was du bist. Du bist ein Vampir und gerade weil du das bist, spürst du alles ganz anders, viel intensiver. Vertrau mir und dein Leben bekommt einen Sinn – das waren ihre Worte.“ Hauchte Lyon Dariana ins Ohr. Dann fing er an zu lachen. „Es klingt absurd: Ein Engel trainiert einen Vampir.“ Er fand sich in einem Lachanfall wieder, sodass er sich schon abstützen musste. „Herrlich. Uns verbindet eine jahrelange Freundschaft, die schon einige Jahrhunderte und Trennungen hinter sich gelassen hat. Und immer wieder haben wir uns wiedergefunden und uns von unserem Leben erzählt, was wir gesehen und erlebt haben. Das ist interessant. Jeder kann erleben, was der andere gesehen hat ohne da gewesen zu sein, weil sie so lebhaft erzählen kann.“ Er grinste Dariana an und sah noch aus den Augenwinkeln, wie sie das Messer schief hielt. Er wollte sich noch rüberlehnen und sie darauf hinweisen, doch dann war es zu spät.

Die Klinge grub sich in den Finger von Dariana und Blut sickerte aus der Wunde. Lyon konnte die Wärme des Blutes sofort spüren und beobachtete beinahe fasziniert, wie es an ihrem Finger entlang lief. Selbst wenn er den Geschmack des Blutes in den meisten Fällen verabscheute, hatte Blut eine unglaublich schöne Farbe. Ein süßlicher, angenehmer Geruch stieg Lyon in die Nase und er wusste, dass es der Geruch ihres Blutes war und der Vampir in ihm regte sich. Dennoch, er konnte und wollte Dariana nicht verletzen und suchte nach der Küchenrolle, die sie schneller gefunden hatte als er – und das in seiner eigenen Küche. „Pflaster …“ murmelte Lyon und durchkramte aller Schränke. „Pflaster … Herr Gott, wo sind diese verdammten Pflaster.“ Er wühlte in allen Schubladen. Er nahm ihren Fingen, die Wunde war nicht tief aber blutete stark. Er riss weiteres Papier von der Rolle ab und wickelte es fest um den Finger. „Kannst du das so festhalten?“ fragte er und vermied es, ihr in die Augen zu sehen. Er hatte Angst, dass sie Angst bekommen würde. „Komm mal mit.“ Er schleifte Dariana aus der Küche in einen kleinen Raum, wo ein Kasten an der Wand hing. Er kramte alles raus und legte es auf den kleinen Tisch. „Was brauchst du dafür? Ich denke ein Pflaster wird bestimmt nicht reichen oder?“ fast hilflos stand er mit Mullbinden, Kompressen, Pflastern und allem im Arm oder auf dem Tisch liegend vor ihr und sah sie hilfesuchend an.
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Maxim
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Beitrag© By Maxim Fr Jun 19, 2009 2:13 am

Ohne ein Wort zu sagen, ließ er sie gewähren, wobei er sanft seine Arme um sie legte und sie zärtlich an sich drückte, während er mit einer Hand sanft über ihren Hinterkopf strich. Mit einer sanften und ruhigen Stimme flüsterte er ihr sanft zu „Ich weiß Darling, du bist ein Freies Wesen, welches ich nicht in Ketten legen werde, wie einst es Silvanus getan hatte deswegen habe ich dafür gesorgt das du in Zukunft besser geschützt sein wirst, so das er nicht mehr an dich ran kommen kann“ dabei hielt er sie sanft an ihrem Kinn fest und hob ihr Gesicht etwas an, worauf er kurz darauf ihr mit einer sanften Bewegung die Tränen aus ihrem Gesicht wischte, bevor er sich zu ihr runter beugte und sie zärtlich küsste. Nach einer Weile löste er sich von ihren Lippen und hauchte er ihr sanft zu „Was würdest du von einer kleinen Romantischen Kreuzfahrt halten, wo wir die verloren Zeit nachholen würden.“


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Cain
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Beitrag© By Cain Fr Jun 19, 2009 2:35 am

Wie es Dietrich erwartet hatte, benahm sich Integra auch, worauf ein leichtes Grinsen seine Lippen umspielte. „Wie ich sehe bist du genauso Kratzbürstig wie dein Vater Integra. Aber du wirst noch erkennen, das mehr hinter uns steckt als du glaubst, dein Vater hat es am ende eingesehen, bevor er sich uns anschloss“ sagte er in einem Ruhigen Tonfall, während sie aufstand und von ihm wegging.
Kurz darauf richtete er sich auf und rückte seine Uniform zurecht, bevor er wieder zu Cain und Isaak zurückging.

Cain blickte zu Nina und Integra und verfluchte ebenso im ersten Moment Dietrich und Issak, das sie gerade jetzt auftauchen mussten. „Komm Nina, wir verschwinden fürs erste....“ sagte er mit einem gereizten Ton, während sein Blick langsam wieder zu seiner Schwester Jeanne glitt und ein leicht teuflisches Grinsen über seine Lippen huschte.
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Beitrag© By Dariana Sa Jun 20, 2009 9:27 pm

Dariana starrte auf das blutdurchtränkte Tuch. Lyon hatte also eine Bluterkrankung gehabt. Sie kam nicht mehr dazu sich weiter darüber den Kopf zu zerbrechen was das in der Zeit wo Lyon noch ein Mensch gewesen war bedeutet hatte. Es bedeutete selbst in der jetzigen Zeit oft den Tod. Sie wurde von Lyon abgelenkt, der hektisch nach einem Pflaster oder Verbandsmaterial suchte. Ein weiteres Küchentuch half da nicht wesentlich mehr als das Erste. Dariana fühlte dass Lyon offenbar vermeiden wollte ihre Unsicherheit weiter anzufachen oder gar ihre Angst zu provozieren. Dieses Bemühen machte ihn für sie noch sympathischer als er es ohnehin schon war. Schnell nickte sie. „Natürlich kann ich das Tuch festhalten...“ Aber noch während sie das sagte erkannte sie, dass auch dieses Tuch die nächsten Sekunden nicht überstehen würde. Als Lyon sie hinter sich her zog verlor sie für einen kurzen Moment fast das Gleichgewicht, fing sich aber schnell wieder. Ohne es zu wollen musste sie lachen. „Ich glaube ich muss aufpassen, sonst brech ich mir noch die Beine. Eine Ungeschicklichkeit kommt offenbar selten allein.“

Innerhalb weniger Sekunden hatte Lyon sie in ein kleines Zimmer geführt und einen Berg von Pflastern, Verbandsmaterialien und allem was man für das Verbinden von Verletzungen brauchte auf ein Tischchen getürmt. Nun stand er hilflos davor und wusste offensichtlich nicht mehr weiter. Auch das war, neben dem Wasserhahn, ein Zeichen dafür dass er sich mit derartigen Dingen schon lange nicht mehr beschäftigen musste. Entschlossen griff die Gerichtsmedizinerin nach einer kleinen Mullbinde und eine Rolle Gaze. Trotz ihrer Verletzung schnitt sie sich beides geschickt und schnell mit einer kleinen Schere, die ebenfalls auf dem Tischchen lag, zurecht. Dann griff sie nach einem weiteren Stück Mull und presste es fest auf die Wunde. Dann wartete sie eine Weile und nahm den Mull dann von ihrer Wunde. Es lief immer noch Blut heraus aber bei Weitem nicht mehr so viel wie zuvor. Dann legte sie ihre zurechtgeschnittene Mullbinde auf die Wunde. „Kannst Du bitte mal den Gazestreifen darum wickeln und ihn verknoten? Ich denke das müsste halten und völlig ausreichend sein.“ Schnell griff sie nach dem blutdurchtränkten Mullstücken und warf sie in einen kleinen Eimer.

Nach dem was man über Vampire hörte schien Lyon völlig anders zu sein. Er war zwar ein wenig hektisch geworden und hatte es ganz offensichtlich vermieden sie anzusehen, aber er hatte sich kaum anders verhalten als es mancher andere Mann getan hätte. „Respekt Lyon, auch wenn Du Blut nicht magst, Du lebst davon. Zieht Dich Blut so wenig an dass Du jederzeit so reagieren kannst?“ Das interessierte Dariana nun brennend. War Lyon immer und zu jeder Zeit in der Lage auf Blut mit völliger Gleichgültigkeit zu reagieren? Die Worte des Vampirs bezüglich seiner Wandelung gingen ihr durch den Kopf. Er schien es wirklich für etwas Wunderbares zu halten zum Vampir zu werden und so zu existieren. „Hast Du Dich wirklich niemals gewünscht wieder ein Mensch zu sein?“ Für die junge Frau war das völlig undenkbar. Für sie war eine andere Existenz als die eines Menschen eher mit Angst behaftet als mit Faszination. „Hast Du niemals Wut oder Hass auf den Vampir empfunden der Dich gewandelt hat?“ Scheinbar war es wichtig, dass der richtige Zeitpunkt für eine Wandlung abgewartet wurde. Der entsprechende Mensch musste an einem Wendepunkt seines Lebens angekommen sein. Sah man dann die Zukunft als Vampir vielleicht anders? Aber auch Lyon war offensichtlich von dem Übergriff des Vampirs überrascht worden. Also hatte er sich diese Wandlung nicht gewünscht? Plötzlich strengte Dariana das Nachdenken an. Es war kein Schwindelgefühl und auch kein Kopfschmerz. Aber es bereitete ihr Mühe ihre Gedanken zu sortieren. Erschrocken fragte sie sich ob es daran lag dass dieser Tag ein wenig viel für sie gewesen war, oder ob ihr Körper auf die schleichende Zerstörung reagierte. Und schlagartig gingen ihr die Worte durch den Kopf, die Lyon gehört hatte bevor er gewandelt wurde und die er ihr ins Ohr geflüstert hatte. Die Verlockung war greifbar und es wurde ihr bewusst dass es durchaus schwer sein konnte ihnen zu wiederstehen.
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Beitrag© By Nina Williams Mo Jun 22, 2009 12:03 pm

Nina nickte Cain kurz zu ehe sie sich zu ihm gesellte. Sein gereizter Ton ließ sie nichts gutes ahnen und über ihr Versagen würde er sicher auch nicht einfach hinweg sehen, wäre ja auch zu schön um wahr zu sein. Innerlich seufzend bemerkte sie sein Grinsen als er zu seiner Schwester sah. 'Die habe ich bestimmt nicht zum letzte mal gesehen ....' dachte sie leicht resignierend. Ihr Blick schweifte kurz über die Beiden, die Cain zurück gepfiffen hatten, doch was sie von ihnen halten sollte, war ihr auch noch nicht ganz klar.
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Beitrag© By Lyon So Jul 05, 2009 1:33 pm

Lyon lachte, als Dariana sagte, dass sie aufpassen müsse. „Der Bruch der Beine ist im ersten Moment das geringste Übel. Ich glaube das Schlimme daran ist einfach, dass du von jemanden abhängig bist, weil du dich kaum selbstständig bewegen kannst. Selbst wenn es heutzutage behinderten freundliche Einkaufsläden gibt.“

Vorsichtig knotete Lyon zu, was Dariana ihm auftrug. Sanft verband er es, starrte konzentriert auf die Fetzen, die zusammengeknotet werden sollte und streifte mit seiner kühlen Hand mehrmals Darianas weiche, warme Haut. „Nein … Ich habe vor kurzem erst gespeist, du erinnerst dich, der Wein? Wenn ich genährt bin hat Blut eine gewisse Anziehungskraft für mich, aber noch nicht lange so stark, dass ich ihr erliegen würde. Außerdem sehe ich zu, dass ich regelmäßig esse, damit ich es mir ersparen kann, einen Menschen anzufallen. Es ist mir auch ein Stück zu mühselig.“ Er grinste Dariana und strich sich die Strähnen aus dem Gesicht und beäugte sie mit den strahlenden Augen eines Vampirs. „Wieder ein Mensch sein … Nein.“ Antwortete er sehr entschieden und blickte Dariana an. „Als Mensch hätte ich niemals die wahre Bildung erfahren, die ich jetzt habe. Vieles in Geschichtsbüchern stimmt nicht. Ich bin gebildet, ich altere nicht, ich werde niemals krank und ich kann noch essen – sehr wichtig!“ ein schallendes Lachen floss aus den vollen Lippen des Vampirs. Nein, ein Mensch wollte er wirklich nicht mehr sein. Warum auch? „Ich fühle Hass, Wut, Trauer, Schmerz, Freude, Glück und … Liebe. Warum sollte ich also dieses Leben gegen das eines Menschen eintauschen? Verletzlich, schwach, beobachtet von allen Kreaturen dieser Welt. Es widerstrebt mir wieder ein solcher zu werden. Besonders weil ich um die Existenz vieler Geschöpfe weiß und wie gefährlich sie sein können. Ich fühle mich ihnen als Vampir gegenüber sicherer.“ Er lächelte ein seltsames Lächeln und sah zu Dariana. „Wäre ich wieder ein Mensch, würde ich in dem Stadium sein, in dem meine Krankheit mich in 2 Monaten das Leben kostet. Ich wünsche mir dieses Leben nicht mehr zurück.“

„Ja und Nein.“ Sagte Lyon dann abwägend und sah in ihr Gesicht, dass ihn fragend anblickte. „Ich bin ihm dankbar, dass er mir den qualvollen Tod erspart hat, bei dem auch die ganzen Ärzte nichts mehr hätten tun können. Ich bin ihm dankbar, dass er mir mein Leben in Luxus und Wohlstand durch meine Wandlung erhalten hat. Als Vampir ist es sehr einfach, sich dieses Leben zu erschaffen und es auch zu halten. So etwas lernt man mit der Zeit ganz schnell.“ Er lächelte und sah Dariana an. „Zudem: Wirst du verwandelt, kommt deine schönste Seite zum Vorschein. Ich sah weiß Gott nicht so wie jetzt aus, als er mich verwandelte. Ich war ein äußerliches Wrack. Er hat mir gezeigt, wie ein lebendiges Gesicht aussah und die Schönheit dieses Vampirs war für mich als Mensch faszinierend und das obwohl ich ein Mann bin.“ Er zwinkerte und grinste dann ziemlich dämlich. „Sicherlich, hätte ich mir das alles überlegen können und selbst entschieden, ich wäre sicherlich gestorben.“ Eine Weile ruhten seine Augen auf ihrem Gesicht. Er spürte, dass ihr unangenehm war. „Willst du dich setzen? Ich glaube, dass dich alles zu sehr anstrengt.“ Er fasst ihre Hand, er hatte Angst, dass sie umkippen würde. „Am besten du setzt dich jetzt ans Kaminfeuer und ich koche dir einen starken Kaffee. Danach schläfst du 2 Tage nicht.“ Er lächelte freundlich und zugleich sanft. Er wusste mit welchen Gedanken sie dort spielte.
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Morgaine
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Illuminati

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Beitrag© By Morgaine Do Jul 09, 2009 7:08 pm

Morgaine sah Valnar an und verengte die Augen zu Schlitzen. "Kreuzfahrt? Vergiss es." schnauzte sie und trocknete sich flüchtig ab und stellte sich vor den Spiegel. Sie starrte auf den verschleierten Spiegel und wischte ihn dann mit 2 Handschlägen verschmiert frei. Sanft griff sie mit der Hand nach der Bürste auf dem kleinen Brett vor dem Spiegel und kämmte sich sorgfältig die Haare. Sanft glitt die Bürste durch das schwarze Haare und sie starrte mit leeren Augen ind en Spiegel.

Dann begann sie zu summen. Sie merkte, wie sie immer mehr unansprechbar wurde. Das Versinken in ihre eigene ruhige Welt rettete sie davor unendlich auszurasten. Seufzend starrte sie sich im Spiegel an. Irgendwie war ihr unbehaglich. Sie fühlte sich unsicher und hatte Angst. Silvanus war wieder da. Wer weiß, was er als nächstes planen würde. Seufzend blickte sie im Spiegel zu valnar.
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Dariana
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Beitrag© By Dariana Do Jul 09, 2009 9:30 pm

Die junge Frau nickte. „Ja, ich erinnere mich an den Wein....Sicher leben nicht alle Vampire so wie Du oder?“....fragte sie und war sich sofort sicher dass sie richtig lag. Lächelnd beobachtete Dariana wie sorgsam und konzentriert Lyon ihren Finger verband. Dafür dass er ungeübt war klappte es ganz hervorragend. Also hätte auch Lyon sich – wenn er denn eine Wahl gehabt hätte – gegen die Existenz als Vampir entschieden. Dann dachte sie nicht gar so seltsam, wie es ihr mittlerweile vor kam. Der Vampir war begeistert von seiner Existenz und sah in ihr hauptsächlich Vorteile. Er hatte sich mit seinem Blutdurst arrangiert und hatte ihn unter Kontrolle. Er lebte unerkannt unter Menschen und fühlte sich wohl. Und genau das verwunderte die junge Frau. Nichts hatte nur eine Seite. Es gab Licht und Schatten....überall. Nicht umsonst waren viele steinreiche Menschen todunglücklich und nicht umsonst wünschten sich erfolgreiche Menschen ein völlig normales und einfaches Leben. „Lyon....wo sind die Nachteile? Ich meine....nichts ist immer nur schön und interessant. Es gibt auch dunkle Momente...in jedem Leben. Mag sein dass ich zu negativ über die Ewigkeit denke, aber Du selber hast gesagt dass auch Du diese Existenz wahrscheinlich abgelehnt hättest, wenn Du eine Wahl gehabt hättest. Also vermutest auch Du dass Du Zweifel gehabt hättest.“ Während sie auf eine Antwort wartete machte sich die Gerichtsmedizinerin weiter ihre Gedanken.

Es war richtig, auch sie fühlte sich von Lyon angezogen. War es also nicht der Mann sondern der Vampir der sie anzog und den sie sympathisch fand? War es schlicht eine fatale Anziehungskraft die jeder Vampir auf einen Menschen ausübte? Dariana sträubte sich gegen diesen Gedanken. Es von dieser Warte zu sehen machte aus ihr eine Frau, die diesbezüglich keinen eigenen Willen aufbringen konnte. „Das Leben eines Menschen ist das Leben das ich kenne. Ein Leben gegen ein anderes, unbekanntes Leben einzutauschen ist zumindest mit Unsicherheit behaftet – wenn es gut läuft. Ich merke doch gerade selber welche Angst meine ungewisse Zukunft in mir auslöst. Darum frage ich mich ob man nicht sein altes Leben vermisst, eben weil es einem viele Jahre vertraut war und man sich – mit den alltäglichen und manchmal schmerzlichen Einschränkungen – wohl gefühlt hat.“....sagte Dariana mehr zu sich selber als zu Lyon. „Du sahst mit Deiner schweren Erkrankung möglicherweise nicht sonderlich gut aus, das ist aber völlig normal. Als Du gesund gewesen bist kannst Du unmöglich hässlich gewesen sein....aus hässlich wird doch nicht schön wenn man ein Vampir wird...oder doch?“....ein breites Grinsen huschte über ihr Gesicht.

Vieles von dem was sie dachte oder meinte musste dem Vampir lächerlich vorkommen. Sicher war das so. Dariana schielte prüfend zu dem größeren Vampir hoch, der direkt neben ihr stand. Bisher war er sehr geduldig gewesen und hatte auch Fragen die sicher dumm waren freundlich und geduldig geantwortet. Die leichte Berührung seiner Hände beim Verbinden waren ihr angenehm und für einen Moment fragte sie sich wie es sich anfühlen würde, wenn diese kühlen Hände sie gewollt und öfter berühren würden. Schlagartig ließ sie diesen Gedanken fallen und errötete leicht. Sie war vergleichbar mit einem maroden Haus. Das klang so hart wie es in ihren Augen war. Sie würde sehr schnell alles verlieren was sie momentan vielleicht hübsch erscheinen ließ. Außerdem war allein der Gedanke sie bewusst berühren zu wollen, egal ob auf freundschaftliche, liebevolle oder wie auch immer geartete Art, für Lyon mit Sicherheit eher belustigend. Warum sollte er das wollen? „Dariana Du bist eine blöde Kuh“....murmelte sie verärgert. „Ein Kaffee wäre toll....“....ging sie schnell auf das Angebot von Lyon ein.
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Maxim
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Beitrag© By Maxim Mi Jul 22, 2009 5:37 am

Als sie seine Idee, mit der Kreuzfahrt ablehnte, blickte er sie stumm an und fragte sich im stillen, was der Grund für diese Ablehnung war. Doch er fand keine Antwort, als er plötzlich eine Böse Aura spüren konnte, die auch gleich wieder verschwunden. Verwirrt und zugleich Neugierig dachte er darüber nach, bevor er Schulter zuckend diesen Gedanken einfach beiseite schob. Als er Morgaine etwas sagen wollte, bemerkte er, wie sie am Summen war, was für ihn ein Zeichen war, das sie ihm in diesem Moment nicht zuhören würde.

Nach einer Weile, in der er sie beobachtet hatte, trat er hinter sie und umarmte sie, da er spüren konnte, das sie Angst hatte. Auch ohne Nachzufragen, was der Grund war, kannte er diesen schon. „Keine Angst Liebling, ich werde dich vor ihm beschützen, komme was wolle“ hauchte er ihr beruhigend zu, während er sie ebenfalls über den Spiegel ansahn.


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Beitrag© By Cain Mi Jul 22, 2009 6:43 am

Er blickte fürs erste noch mal zu den beiden Frauen und lächelte kalt. Genieße deine Zeit Schwesterchen, doch ich werde dich eines Tages zu mir holen und dann wird dein Körper mir gehören sagte er sich in gedanken, wobei sein Grinsen wieder leicht psychotisch wirkte. Als dann Nina wieder an seiner Seite war, drehte er sich um und blickte Dietrich und Isaak kalt an. Er wusste, solange die beiden auf ihn aufpassten, wurde sein Bewegungsspielraum stark eingeschränkt, doch das machte ihm nichts aus. Als er dann zu Nina sah, begann er zu grinsen, da er wusste, das er sich heute noch mit ihr begnügen würde. Kurz darauf trat er durch das Portal, welches ihn zum Versteckt des Ordens brachte.

Kurz nachdem Cain durch war, warteten, die beiden Offiziere, das Nina durchgegangen war, bevor Isaak als nächstes durchgegangen war, wobei Dietrich als letzter zurückblieb und zu Integra blickte. Lächelnd sah er zu ihr und verbeugte sich leicht, bevor er ebenfalls durch das Portal ging, worauf dieses von der anderen Seite wieder verschlossen wurde und die Umgebung so aussah, als ob nie etwas gewesen wären.


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Beitrag© By Nina Williams Do Jul 23, 2009 12:36 pm

Nina hatte ein ungutes Gefühl jetzt wo sie neben Cain stand. Das er alles andere als begeistert über übre Leistung war, wusste sie sehr wohl aber was er mit ihr machen würde, konnte sie nicht vorhersehen. Sie wusste nu eines, ihr würde das wohl weniger gefallen als ihm. Eigentlich konnte sie nur hoffen, das er nicht völlig ausrastete.
Nachdem Cain durch das Portal durch war, folgte sie ihm und tauchte kurz darauf ebenfalls im Versteck des Ordens auf.
'Willkommen zuhause .....' dachte sie dabei nur.

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Beitrag© By Lyon So Jul 26, 2009 1:35 am

„Nachteile?“ erwiderte Lyon leise und sah Dariana sehr ernst an. Eine Weile schwieg er. Natürlich gab es diese. Sehr viele sogar. „Natürlich gibt es Nachteile. Nicht alles ist schön.“ Begann Lyon sanft und strich sich die schwarzen Haare aus dem Gesicht. „Ich hätte diese Existenz abgelehnt, da ich eine Frau hatte.“ Entgegnete Lyon. „Sie war schwanger aber verlor das Kind und starb noch im Kindbett. Um nichts in der Welt hätte ich sie auf dieser Erde allein gelassen mit dem Baby.“ Sagte Lyon lächelnd und doch war in diesem Lächeln ein bisschen Bitterkeit drin. Er hatte um diese Frau gekämpft und er hatte sie geliebt und er war in noch keinem Moment so glücklich, wie in dem, als sie ihm sagte, dass sie ein Kind zur Welt bringen würde. „Kinder sind so wunderbare Geschöpfe – unschuldig und unverdorben. Das ist der zweite Nachteil. Ein Vampir kann nur mit magischer Hilfe ein Kind gebären, das von Geburt an das gleiche Schicksal trägt wie die Mutter selbst – es wird ein Vampir. Weitaus stärker und schneller entwickelt als ein normale Vampir. Geborene Vampire existieren so gut wie gar nicht.“ Er lächelte Dariana an und ein sanfter Gesichtsausdruck erschien auf seinem Gesicht. Die sonst so kalten Züge des Vampirs erhielten plötzlich Wärme. „Und dann die Sonne. Sie bedeutet dein Todesurteil und dennoch … Ist der Mond so wunderschön – aber nur anders.

„Ob ich mein altes Leben vermisse? Ja und Nein. Ich war ein Plantagenbesitzer, hatte Frau und hoffte auf ein Kind. Ich war reich, lebte wohlhabend und meine Sklaven mochten mich. Ich habe sie gut behandelt.“ Er lächelte. „Ich vermisse dieses Leben auch wenn ich den Komfort dieser Zeit sehr zu schätzen weiß und ihn lieben gelernt habe.“ Er lächelte und sah Darianna. „Und die vielen Weideflächen, Wiesen und Felder über die man galoppieren konnte ohne dass man Ärger bekam, die gewissen Zeiten der Wiesenverbote beachten musste … Das vermisse ich.“ Lyon blickte Dariana an, als sie um die Schönheit des Vampirs fragte. Er begann zu lachen und strich sanft mit der ganzen Hand über ihre Wange. „Glaube mir, darüber müsstest du dir wohl kaum Gedanken machen.“ Sagte er leise aber sanft. „Das einzige was dich vielleicht verändert ist, dass du als Frau keinen Pickel mehr bekommen kannst, über die ihr euch immer so aufregen könnt.“ Er lächelte und zwinkerte dann schließlich.

Interessiert lauschte er ihren Gedanken. Langsam hob er die Hand und streichelte sacht und sehr zaghaft und sanft über ihre Wange. „So fühlt es sich bewusst und gewollt an.“ Hauchte er.
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Morgaine
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Beitrag© By Morgaine So Jul 26, 2009 1:38 am

„Spürst du sie auch?“ hauchte Morgaine leise und ein Zittern war in ihrer Stimme. „Er wird mich holen – ich weiß das.“ Sagte sie leise und blickte in seine Augen. „Ich weiß das. Er wird es mir nehmen.“ Sanft streichelte sie über den noch flachen Bauch. Sie seufzte und drückte sich dann an ihren Mann. „In der Ferne sind wir doch so ein leichtes Ziel. Warum jetzt weglaufen?“ fragte sie und drehte sich zu Valnar um.
„Was machen wir jetzt?“ Morgaine legte sanft die Bürste auf den kleinen Vorsprung und blickte in den Spiegel. War es einfacher sich Silvanus auszuliefern, damit er Valnar nicht verletzen konnte? Damit würde sie aber das Leben ihres ungeborenen Kindes aufs Spiel setzen. Aber war es nicht besser ihre Liebsten zu schützen und nicht an sich zu denken. Sie seufzte.
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Beitrag© By Dariana So Jul 26, 2009 5:55 pm

Also hatte Lyon seine neue Existenz akzeptiert weil er Frau und Kind verloren hatte? Es war nachvollziehbar dass dieser Schritt nach derartigen Verlusten einfacher erschien. Vielleicht würde es ihr auch einfacher werden einen solchen Schritt zu akzeptieren, wenn sie nur krank genug war. Trotzdem wehrte sich bei diesem Gedanken etwas in Dariana, denn eigentlich war es der falsche Grund für einen Schritt mit derartigen Konsequenzen. Oder war es in einer solchen Situation der genau richtige Schritt? Wahrscheinlich empfand so etwas jeder anders und es war müßig sich darüber Gedanken zu machen. Offensichtlich ging der Verlust von Frau und Kind Lyon immer noch nach. Es war verständlich, denn ihr selber graute bei dem Gedanken an einen solchen Verlust. Die Gerichtsmedizinerin hatte zu Kindern ein eher zurückhaltendes Verhältnis. Seitdem eine gute Freundin einmal zugesagt hatte das Baby ihrer Freundin zu hüten und das Kind in dieser Nacht plötzlich schwere Atemnot bekommen und beinahe gestorben war, hatte sie sich immer geweigert die Kinder anderer Leute zu umsorgen. Da sie privat kaum mit Babies zu tun hatte, und auch beruflich selten mit ihnen in Berührung kam, fehlte ihr der Zugang zu ihnen und sie hatte sich niemals mit dem Gedanken auseinander gesetzt wie es denn wäre selber Kinder zu haben. Außerdem fraß ihr Alltag sie auf, so blieb auch kaum Zeit sich derartige Gedanken zu machen.

Erstaunt nahm Dariana zur Kenntnis dass weibliche Vampire schwanger werden konnten, wenn auch mit Schwierigkeiten. Für sie waren männliche Vampire steril, aber diese Information hatte sie – wie eigentlich fast alle Informationen – aus Filmen. Und Filme durfte man gerne als Informationsquelle fast gänzlich ausschließen. Das wurde immer deutlicher, je länger sie sich mit Lyon unterhielt. Denn wenn weibliche Vampire – wenn auch mit Hilfe – schwanger werden konnten, dann mussten männliche Vampire zeugungsfähig sein. „Die Sache mit der Unfruchtbarkeit fällt dann wohl unter den Tisch.“...sagte sie leicht zerknirscht und lächelte Lyon entschuldigend an. „Ich gebe es zu, ich habe bei Vampirfilmen immer gut aufgepasst.“...sagte sie beschämt. Aber sie tröstete sich mit der Frage woher sie denn andere Informationen hätte haben sollen. Dass man das Tageslicht vermissen konnte, war für Dariana verständlich. Es war wunderbar bei schönem Wetter durch den Park zu spazieren, an einem See auf einer Decke zu liegen und das Treiben um einen herum zu beobachten. Die Wärme der Sonne auf der Haut war schön und entspannend, außerdem hellte sie das Gemüt auf. „Dass Du die Sonne vermisst kann ich gut verstehen. Der Mond ist dafür kein Ersatz.“ Das war einfach so, man musste keine vielen Worte darum machen.

Dariana lachte. „Dass der heutige Komfort etwas ist auf das man nicht mehr verzichten möchte, kann ich gut verstehen. Ich habe mich oft gefragt wie Frauen und sicher auch Männer vor hundert oder mehr Jahren mit den verschiedenen Tätigkeiten die jeden Tag anfallen fertig geworden sind, ohne die heutigen Hilfsmittel zur Verfügung zu haben. Der Alltag muss – besonders für arme Menschen – sehr hart gewesen sein.“ Die junge Frau erinnerte sich dunkel an Geschichten ihrer Großmutter, die aus sehr einfachen Verhältnissen stammte. Obwohl diese Zeit gerade gute achtzig Jahre zurück lag, so hatte sich doch vieles sehr mühsam angehört. Obwohl Dariana keineswegs auf Komplimente aus gewesen war, lächelte sie bei dem Kompliment des Vampirs. „Danke, ich werde Dich daran erinnern wenn ich mal nicht so aussehe wie gerade jetzt.“ Das bezog sie nicht unbedingt auf ihre Krankheit, sie brauchte nur an ihr zerknittertes Gesicht zu denken, wenn sie morgens aufstand. Bei der Erwähnung der Pickel lachte Dariana laut auf. Wieder blitzte kurz ihr eigentliches, fröhliches Wesen auf, was durch die schlimme Nachricht eher gedämpft worden war. „Da muss ich Dich enttäuschen. Ich hatte auch in meiner Pubertät keinerlei Probleme mit Pickeln. Allerdings muss ich zugeben dass viele andere Mädchen und Jungs mehr als genug davon hatten und auch ich keine Freundin eines solchen bin, wenn sich mal einer zu mir verirrt. Sie sind einfach nicht schön...“ Der letzte Satz kam mit gespielt nachdrücklichem Ton.

Was dann geschah verwirrte die Gerichtsmedizinerin völlig. Ihr war es ein wenig unangenehm dass sie daran gedacht hatte wie es wohl wäre von Lyon nicht beiläufig sondern bewusst berührt zu werden. Diese Frage an sich hatte nichts was beschämend wäre. Sie war aus der Tatsache entstanden dass ihr die Berührung von Lyon angenehm war. Und trotzdem war es ihr unangenehm so etwas gedacht zu haben. Vielleicht war seine Berührung sogar so angenehm dass sie sich eigentlich davor hüten sollte? Sie kam nicht mehr dazu diesen Gedanken weiter zu verfolgen, denn sie wurde völlig von der Situation beansprucht. Sie sah Lyon an, und ihre Augen trafen seine ohne dass es von ihr bewusst geplant war. Die faszinierenden Augen dieses Mannes fesselten ihren Blick und sie versank beinahe in ihnen. Die kühle, beinahe kalte Hand des Mannes strich unglaublich sanft über ihre Wange. Was Lyon sagte drang nicht zu Dariana vor. Sie war zu sehr gefesselt von der Situation. Alles um sie herum versank. Dass sie ihre Hand hob und sie auf die Hand von Lyon legte bemerkte sie erst, als sie die kühle Haut des Vampirs unter ihrer Hand fühlte. Die leise, warnende Stimme, die sie vor wenigen Sekunden noch gehört hatte war verstummt.

Langsam löste die Gerichtsmedizinerin ihre Hand von Lyons und wenige Sekunden später glitt ihre Hand über seine Wange. Die Haut war glatt rasiert, sehr kühl und fühlte sich angenehm an. Niemals hätte sie sich die Haut eines Vampirs so vorgestellt. Sie hätte das Gefühl selbst jetzt, wo sie ihn berührte, nur mühsam und annähernd beschreiben können. Wo genau diese Anziehung, die Lyon auf sie ausübte, ihre Wurzeln hatte war für die junge Frau nicht erkennbar. War es die Anziehung des Vampirs oder des Mannes? Sie schaffte es nicht diese Frage laut zu stellen. Sie war niemals zuvor – zumindest nicht bewusst – einem Vampir begegnet, geschweige denn dass sie mit einem gesprochen hätte. Diese Situation war für sie völlig neu und so faszinierend, dass sie nicht willens war sie durch eine Frage zu zerstören.
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Beitrag© By Lyon Do Aug 06, 2009 10:52 pm

Lyon lächelte. Er verstand ihre Gedanken sogar sehr gut und wollte sie zu nichts zwingen. Er bot ihr diese Gelegenheit bloß an, da er wusste wie sehr sie an einem Leben hing und am Ausleben des Jungseins. Als Vampir war man immer jung, obwohl er sich doch gelegentlich unglaublich alt fühlte, da ihn in noch immer alte Traditionen verankert waren. Er war zum Beispiel niemand, der immer wechselnde Sexualpartner hatte, da er eine Frau kennen und lieben muss, um ihr jeden Genuss zu beschaffen, der auf dieser Welt nur möglich ist. „Kinder sind wundervoll. Viele in deinem Alter halten zu viel Abstand von ihnen, findest du nicht?“ fragte er sie ganz bewusst auf ihre Gedanken. „Sie sind unverdorben, ungeprägt und immer ehrlich. Ich glaube sie sind die einzige Sorte Mensch, die Engel wirklich ohne Probleme erkennen und als solche identifizieren können – ohne sich zu schämen oder an ihrer Existenz zu zweifeln. Ich finde das unglaublich wie ehrlich sie sind, obwohl Kinder natürlich die mit Abstand gemeinsten Geschöpfe sein können.“ Fügte er noch hinzu und beäugte Dariana sehr genau. Leicht neigte sich sein Kopf nach rechts und seine pechschwarzen Haare folgten dieser Bewegung sanft und fielen ihm leicht ins Gesicht. Er glaubte, dass Dariana eine gute Mutter wäre und einen guten Bezug zu Kindern entwickeln könnte, wenn sie es nur wollte und sich den Kindern öffnet.

„Generell sind Vampire unfruchtbar. Der Samen eines Vampirs ist tot, genauso wie sein Körper. Somit muss man den Samen zum Leben erwecken und die Vampirin muss im Prinzip aktiviert werden. Allerdings brauchst du dafür meistens Engel und Engel werden sicherlich anderes zu tun haben, als einem dunklen Geschöpf Kindersehen zu verschaffen.“ Er zwinkerte sie an und grinste breit. Er selbst wollte kein Kind zeugen in diesem Zustand. Ein Kind hatte das Recht auf die Wahl seiner Existenz und er glaubte nicht, dass es sich lohnen würde in diese Welt als Nachtwesen geboren zu werden. Da bleibt das Leben als Kind gänzlich aus. „Vampirkinder sind genauso empfindlich gegenüber Sonnenlicht wie ich auch. Kein Kind hat es verdient die Sonne niemals gesehen zu haben, finde ich. Ein Kind soll im Sommer mit anderen spielen können und sich des Lebens freuen. Es soll sich dreckig machen und den Kontakt zu anderen suchen und sie nicht als Nahrung betrachten. Denn Kinder können ihren Hunger sehr schwer kontrollieren und wissen vielleicht nicht, dass es falsch ist, einfach zu essen.“ Er grinste etwas seltsam. Irgendwie stellte er sich das sehr seltsam und lustig vor.

„Die Wärme der Sonne ist wunderbar. Diese Wärme auf der Haut. Ich kann sie noch immer spüren, wenn ich an die Sonne denke.“ Er lächelte und blicke zu Dariana. „Sonnenwärme ist was wunderbares. Ich kann sie im Haus genießen, hinaussehen, aber die Strahlen dürfen mich nicht berühren.“ Er schob den Ärmel seines Hemdes hoch. Dort erschien eine kleine Narbe. „Die ist von Sonnenlicht. Einmal kleine Unachtsamkeit.“ Sagte er leise und grinste Dariana an. „Komfort? Oh ja, wunderbare Sache ist das.“ Er nickte beiläufig. „Ich weiß diesen Komfort natürlich sehr zu schätzen, allerdings muss ich sagen hatte diese Zuneigung zur Natur früher auch sehr schön war. Natürlich konnte man die nur ausreichend genießen, wenn man ein wenig mehr Budget hatte, als der Durschnitt.“ Er sah etwas traurig aus. Ihm hatte das Elend immer Leid getan, aber seinen Sklaven hatte er ein schönes Leben gemacht. Sie haben nie schäbig wohnen müssen, schließlich sollten sie auch effektiv arbeiten können.

Über Lyons Lippen huschte ein Lächeln und er strich über ihre Hand, als diese auf seiner Wange ruhte. Schon seit Jahren hatte er die Wärme einer Frau auf seiner Haut nicht mehr gespürt und war fasziniert von diesem Gefühl. Dariana strahlte Herzenswärme aus, menschliche, lebendige Wärme, obwohl sie doch so krank war.
Er streichelte ihr Hand mit seinen Fingerspitzen ganz sacht und sah ihr in die Augen. Sie war so wunderschön, so unglaublich schön ….
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Beitrag© By Dariana So Aug 09, 2009 6:50 pm

Die Möglichkeit, die sich ihr in ihrer gesundheitlichen Situation bot war nicht zu unterschätzen. Sie wollte nicht sterben, nicht in so jungen Jahren wie jetzt, das merkte sie mit einer verzweifelten Intensität. Sterben musste jeder Mensch irgendwann einmal, aber als akzeptabel empfand Dariana es erst in deutlich höherem Alter. Es war nicht normal so früh zu sterben. Ihre Mom würde sie überleben, wenn sie sich dessen auch nicht bewusst werden würde – sie würde nicht einmal verstehen dass ihre Tochter krank oder gar verstorben war. Und trotzdem! Niemals sollten die Eltern die Kinder überleben – so sah es die Gerichtsmedizinerin. Und jetzt bot sich ihr eine Möglichkeit dem Tod ein Schnippchen zu schlagen. Aber wie würde sie dieser Schritt verändern? Abgesehen von den ihr bekannten Veränderungen...gab es da noch weitere? Und dann war da ihr irrationale Angst vor der Unendlichkeit. Was sie anführen konnte waren nur Vermutungen und Lyon hatte keinerlei Probleme mit seiner Existenz und war diesbezüglich wahrscheinlich nur in einem gewissen Rahmen in der Lage ihren Ängsten zu folgen. Oder irrte sie sich da? Gab es auch Vampire die mit ihrem Dasein haderten? Und wenn ja, warum taten sie das? Derartige Gedanken machten sie sofort wieder nervös und die junge Frau wandte ihre Aufmerksamkeit wieder voll dem zu was Lyon ihr erzählte.

„Kinder sind ehrlich, da hast Du recht. Sie sind aber nicht nur ehrlich, sie sind gnadenlos ehrlich.“ Ein leichtes Lächeln glitt über das Gesicht der Gerichtsmedizinerin. „Werde ich auch mal so dick wie diese Tante?.....Diese Frage bezog sich auf mich und sie kam von einem Kind das diese Frage an seine Mutter richtete.“ Dariana sah Lyon unverwandt an und grinste dann. „Wenn die angesprochene Dame diese Frage zu meinem Nachteil beantwortet hätte, hätte ich sie glaube ich erwürgt.“ ....sagte sie und musste lachen. „Ich habe kaum Kontakt zu kleinen Kindern, meine Freundinnen sind entweder alleinstehend ohne Kind oder verheiratet und ebenfalls ohne Nachwuchs. Eine Cousine von mir hat zwar Kinder, lebt aber in Australien. Darum könnte ich nicht einmal sagen ob ich mit Kindern zurecht käme. Ich habe mir niemals Gedanken darum gemacht und aufgrund meines Berufes und der Tatsache dass mir der dazu passende Mann fehlt auch niemals wirklich den Wunsch gehabt Kinder zu haben.“ Interessiert hörte sie zu wie Lyon über die Probleme sprach, die ein Vampir hatte wenn er trotzdem Kinder haben wollte. Die Hindernisse waren so gravierend, dass sich wahrscheinlich kaum ein Vampir diesbezüglich Gedanken machte – verständlicher Weise. „Mir hat es immer an Zeit gemangelt um mich wirklich mit Kindern auseinander zu setzen. Ich habe es mir einfach gemacht und meiner Cousine geglaubt, die in ihren Mails immer von den ’kleinen Monstern’ sprach. Sie liebt ihre Kinder innig, das weiß ich. Und trotzdem klagt sie nicht selten wie anstrengend sie sind und dass sie sich mit steigendem Alter immer schwieriger lenken lassen. Es ist normal und trotzdem habe ich mir dann oft gesagt dass ich es richtig gemacht habe. Aber wirklich ernsthaft habe ich nie darüber nachgedacht.“

Nachdenklich hörte Dariana was Lyon über die Dunkelheit und Kinder sagte. „Kinder die nichts anderes kennen werden die Sonne nicht vermissen denke ich. Und schmutzig machen und Spielen können sie auch in der Dunkelheit. Allerdings werden sie sicherlich recht einsam sein und das finde ich für ein Kind schrecklich. Kein Kind sollte einsam sein und ohne Spielgefährten aufwachsen.“ Dass vampirische Kinder überhaupt erwachsen wurden empfand die junge Frau als seltsam. Wurde ein Vampir denn überhaupt älter? Blieb er nicht in dem Alter in dem er war als er zum Vampir wurde? Ein vampirisches Kind wurde als Vampir geboren. Müsste es nicht immer ein Säugling bleiben? Dariana verscheuchte den Gedanken, es war müßig sich darüber Gedanken zu machen. „Die Essgewohnheiten eines Kindes so zu kontrollieren dass sie niemandem zur Gefahr werden ist sicher in der Tat schwierig. Kinder sind mal hier und mal dort. Man kann sie nicht immer im Auge behalten. Dass das schnell problematisch werden kann, glaube ich auch.“ Die Mühsal vergangener Jahrhunderte waren für die Gerichtsmedizinerin immer ein interessantes Thema gewesen. Sie sah sich gerne Dokumentationen an, die vergangene Jahrhunderte zum Thema hatten. Die Ungerechtigkeit was Arm und Reich anging war damals wie heute ein Problem. Nur fiel das in der westlichen Welt nicht mehr so sehr ins Auge wie zu früheren Zeiten. Es gab nach wie vor Länder wo Menschen im tiefsten Elend lebten, aber dieses Elend wurde einem nur selten bewusst. Das Elend in der westlichen Welt war bei vielen Menschen versteckter und nicht mehr so offensichtlich wie vor vielleicht 200 Jahren. Bei Bettlern und Obdachlosen war es unschwer ersichtlich, aber es gab viele Tausend Menschen, die zwar ein Dach über dem Kopf und das notwendigste an Kleidung und Nahrung hatten, und trotzdem an der Armutsgrenze lebten. „Arm und Reich hat es immer gegeben und wird es immer geben. Es ist oftmals schwer zu akzeptieren dass die Diskrepanz so gravierend ist, aber es wird sich wahrscheinlich niemals ändern.“ Dieses Thema empfand Dariana als schwierig. Um es zu ändern waren tiefe Einschnitte im Leben der reichen Bevölkerung notwendig. Wer aber sollte entscheiden wer wie viel haben durfte und wer wie viel abzugeben hatte und warum? Eine Lösung war da nur sehr schwer zu finden.

Als die Finger von Lyon über ihren Handrücken strichen lief ihr ein sanfter, angenehmer Schauer über den Rücken. Sie hätte geglaubt dass die kühle Haut eines Vampirs sie aus ihrem versunkenen Zustand gerissen hätte. Aber nichts dergleichen geschah. Ihre Hand glitt durch das offene Haar des Mannes und wieder war sie fasziniert wie seidig es war. Sie hatte einmal in einem Buch gelesen die Haut eines Vampires wäre hart wie Marmor und eiskalt. „So ein Unfug....“....murmelte sie völlig versunken und war sich nicht sicher ob Lyon überhaupt wusste was genau sie meinte. Die Haut von Lyon war recht kühl, und sie war auch anders beschaffen als ihre menschliche Haut. Aber wie Marmor fühlte sie sich nicht an. Sie fasste sich ein Herz und ihr Brustkorb hob und senkte sich kurz ein wenig heftiger. „Lyon wenn ich Dich für irgendwen beschreiben sollte der Dich niemals gesehen hätte, würde ich einfach sagen dass Du wunderschön bist. Und ich hätte mir bis vor wenigen Stunden eher einen spitzen Nagel ins Auge gestochen als so etwas einem Mann zu sagen.“ Ein Hauch eines frechen Grinsens glitt über ihr Gesicht und war sofort wieder verschwunden. Dann konzentrierte sie sich wieder darauf diese neuen Gefühle auf sich wirken zu lassen, die sie bisher noch niemals aufgrund – zugegebenermaßen durchaus sinnlichen – Berührungen empfunden hatte. Niemals zuvor war sie so versunken in den Anblick und die Berührung eines Mannes gewesen.
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Beitrag© By Maxim Fr Aug 14, 2009 4:08 pm

Ja, er konnte die Macht spüren und er wusste auch das er dieser nicht gewachsen war, da sie etwas unbändiges in sich hatte, doch ließ er sich nicht anmerken, das er Angst hatte. Sanft strich er ihr durchs Haar und flüsterte ihr leise ins Ohr „shhhht.... Beruhig dich Darling … Ich bin doch bei dir und ich werde dich vor allen Gefahren beschützen, so wie ich es bei unser Hochzeit geschworen hatte.“ Dabei lächelte er liebevoll an, bevor er sie auch zärtlich küsste und sanft an sich drückte.


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Beitrag© By Lyon So Aug 16, 2009 8:48 pm

„Ist es denn so unmöglich wenn Eltern ihre Kinder überleben? Es gibt so viele unglückliche Zufälle, die man niemals verhindern kann.“ Er sah Dariana ernst an und fühlte wie sehr sie mit sich rang. Sie rang mit dem Gedanken, dass sie ein Vampir sein könnte. „Viele hadern mit ihrem Schicksal. Und das liegt daran, dass sie nicht lernen ihre Fähigkeiten vernünftig zu benutzen, da ihnen niemand die Hand reicht. Viele sind vielleicht auch zu menschlich, denken und handeln zu menschlich und nehmen das Menschsein als Selbstverständlichkeit hin, sodass sie Probleme mit dem Tag und mit der Nacht bekommen.“
Er beäugte Dariana. „Jeder zweifelt an seinem Dasein, hat Momente in denen er sich fragt, was er tun soll und in denen er glaubt, an seinem eigenen Leben zu scheitern. Und trotzdem schaffen es so viele Geschöpfe darüber hinweg zu kommen, alleine, mit ihrem Partner, mit Freunden, mit Feinden … Jede Aufgabe lässt uns wachsen, lässt Menschen, Vampire, Dämonen, Hexen, Engel und alles andere auf dieser Welt wachsen.“ Er lächelte Dariana an. „Schließlich bist du an den Aufgaben dieser Welt zu einer schönen Frau herangewachsen, bist stark und unbeugsam, stolz und schön. Diese Eigenschaften hat nicht jede Frau.“ Er lächelte und strich ihr ganz sanft über die Wange.
Eine Weile dachte er nach. „Veränderungen durchlebt jeder. Du würdest dich verändern, natürlich. Aber nicht sondern mehr als du es jetzt könntest. Du wirst einfach mächtiger, kannst lenken und viel mehr verstehen, als es dir jetzt möglich ist. Du erhälst Einblick in die Köpfe.“

Ein herzhaftes Lachen stieß aus Lyons Kehle, als er Dariana über Kinder reden hörte. „Sie sind so gnadenlos, dass sie mit ihrer noch so unschuldigen Seele jedem Bösewicht das Wasser reichen könnten – und das wissen sie noch nicht einmal. Es gibt schlaue Kinder, die genau wissen, was sie mit Worten bewirken und Kinder, die reden wie ihnen die Schnauze gewachsen ist.“
Ein Grinsen huschte über die Lippen des Vampirs und dann bleckte er die strahlendweißen Zähne. „Ein Mann fehlt natürlich zum Kinderwunsch. Allerdings sollte man mit diesem Wunsch sehr vorsichtig sein. Ein Kind sollte in eine starke Liebe geboren werden, wo beide fähig sind das Kind gemeinsam zu schützen. Und nicht ab dem 2. Lebensjahr jeder einzeln mit einem neuen Lebensgefährten. Leider ist das zur Zeit die Realität. Viele Kinder haben 4 Elternteile und wissen zum Teil nicht wohin mit ihren Gefühlen und Zuordnungen und jeder dieser 4 Erwachsenen buhlt um die Liebe des Kindes.“ Er sah Dariana ernst an. „Ein Kind sollte stets das Produkt einer wundervollen, starken Liebe sein, die bereit ist viele Hürden auf sich zu nehmen. Wenn die Liebe das nicht ist, ist auch das Paar nicht bereit für ein Kind.“ Lyon war sich bewusst, dass diese Ansicht heutzutage zum Teil als sehr konservativ angesehen wurde, dennoch bestand er auf seine Meinung und war in diesem Sinne auch nicht bereit darüber großartig zu diskutieren. Kinder sollten sicher leben können. „Glaube mir, Kinder sind unglaublich anstrengend. Die Kinder meiner Schwester waren früher sehr oft auf meinem Anwesen und ich war schon immer gegen ein Kindermädchen. Ich habe viel mit ihnen gespielt und meine Frau wollte immer Kinder. Leider erlebte sie ihr erstes kaum.“ Seufzte Lyon und sah Dariana an. „So anstrengend diese kleinen Monster auch sind. Wenn sie uns ansehen und uns dankbar anlächeln, ganz auf ihre eigene Art, weiß man, dass sich diese Arbeit gelohnt hat.“
„Natürlich können Kinder sich auch im Dunkeln schmutzig machen, aber wann macht es denn am meisten Spaß? Zusammen mit anderen. Darum kämpfen wer der dreckigste ist und wer am schlimmsten aussieht und wessen Kindermädchen am meisten schimpfen wird – das ist Spaß. Ein Kind in Dunkelheit großzuziehen ist nicht einfach und ich halte diesen Gedanken für verwerflich.“ Niemals würde er ein solches Kind bewusst in die Welt setzen und wenn würde er alles dafür tun, die Geburt eines solchen Geschöpfes zu verhindern. Er betrachtete dabei nicht ausschließlich die Seele dieses Kindes. Ein geborener Vampir ist bereits als Säugling sehr mächtig und wird immer stärker. Lyon sah auch die Gefahr in solch einem Kind. Niemand konnte sagen wie alt beide Eltern sein mussten um ihr Kind im Zaum zu halten und genau diesen Aspekt hielt Lyon für sehr bedenklich. Was würde passieren, wenn ein solches Kind entsteht und niemand es in Grenzen hält? Darüber machte er sich öfters Gedanken, da es früher ein sehr großes Thema unter Vampiren war.

Die Berührung von Dariana versetzte Lyon in eine gewisse Unsicherheit. Weibliche Nähe war er durchaus durch Morgaine gewohnt, die durchaus verstand ihn durch das ganze Haus zu scheuchen, da er allein für Ordnung nicht geschaffen war, aber Darianas Nähe fühlte sich ganz anders an. So bekannt und schön. „Dann muss ich mich wohl für dieses Kompliment genauso einzigartig bedanken.“ Hauchte Lyon und küsste sie ganz zart und sacht auf ihre weichen Lippen.
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Beitrag© By Morgaine So Aug 16, 2009 8:57 pm

Morgaine genoss diesen Kuss und spürte zugleich die Furcht ihres Gemahls. Etwas lag in der Luft, das der Engel nicht zu deuten vermochte. Morgaine wurde das Gefühl nicht los, dass Silvanus und irgendjemand anderes etwas mit dieser Welt vorhatten, was nicht rechtens ist. Dieses Gefühl peinigte den Engel und immer mehr hatte sie das Gefühl, dass sie ihr Kind in eine schlechte Welt gebären würde.
Dann sah sie ihren Mann mit großen Augen an. „Wann bekommen wir unsere Hochzeitsnacht? Wann haben wir unsere Ruhe?“ sie sah ihn feurig an. „Ganz vollendet ist nichts in dieser Nacht gewesen.“ Seufzte sie.
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Beitrag© By Dariana Fr Aug 21, 2009 3:25 pm

„Zweifel und Ängste gibt es immer wieder einmal im Leben...Unsicherheiten und Unbekanntes mit dem man umgehen muss. Und es ist auch richtig dass man an dem wächst was man durchlebt und bewältigen muss. Aber es gibt und gab leider auch immer wieder Menschen die an ihren Aufgaben scheitern. Die mit der Last die ihnen durch Krankheit oder Tragödien innerhalb der Familie auferlegt wurde nicht umgehen können und unter ihr zusammenbrechen. Da ist die Mutter die am Tod des Kindes zerbricht, da ist der Ehemann der die Scheidung von seiner Frau nicht bewältigen kann und beginnt zu trinken, da ist der Mann der den Verlust des Arbeitsplatzes nicht gegenüber seiner Frau zugeben kann und täglich das Haus verlässt als wenn er zur Arbeit gehen würde....und....und.....und. Natürlich gibt es auch die Starken, die Menschen die es schaffen ihr Leben zu meistern egal was kommt. Aber wozu gehöre ich? Ich bin beruflich erfolgreich, das ist wahr. Ich habe gelernt mit der Krankheit meiner Mutter zu leben. Aber glaub mir Lyon, ich habe die ersten Jahre der Krankheit meiner Mutter geglaubt es nicht zu schaffen. Ich bin immer hocherhobenen Kopfes aus dem Heim nach Hause gegangen. Und zu Hause habe ich dann in einer Ecke gesessen und bitterlich geweint. Es gab immer wieder Situationen mit meiner Mutter, wo ich geglaubt habe dass ich es nicht mehr ertragen kann. Ich habe mich allein gefühlt und egal wer mir versucht hätte zu helfen wäre gescheitert. Womit hätte man mir helfen können? Vielleicht über die kurze Distanz des Gespräches, aber was wäre danach gekommen? Mag sein dass fachliche Hilfe etwas gebracht hätte – so wie Du meinst dass man eine starke Hand braucht die einen lenkt – aber diese Hilfe wollte ich nicht, ich habe sie niemals in Betracht gezogen. Ich hätte das Gefühl gehabt zu versagen wenn ich so weit gegangen wäre. “

Dariana nickte leicht. „Ja, ich denke man kann mich als starke Frau bezeichnen....Unbeugsam? Vielleicht. Ich lasse mir ungern meinen Weg vorschreiben, egal wie hart es dann auch für mich wird wenn ich mich für eine Richtung entschieden habe. Ist das unbeugsam? Dann bin ich unbeugsam. Wäre ich aber auch unbeugsam bei einer Entscheidung von solcher Tragweite wie ich sie treffen müsste um weiter leben zu können? Genau diese Frage macht mir Angst. Und schön? Naja....das kannst Du als Mann eher beurteilen als ich...“ Dariana lachte und wurde dann sofort wieder ernst. Menschen waren nicht so vollkommen vom Äußeren wie Vampire, aber musste das heißen dass Menschen nicht schön für Vampire sein konnten? Die Frage geriet bei ihr in Vergessenheit als sie mit allen Sinnen aufzunehmen versuchte wie es sich anfühlte einen Vampir zu berühren. Mehr und mehr kam ihr zu Bewusstsein, dass diese sanften Berührungen nicht nur sinnlich waren sondern sich ins erotische veränderten. Ob das nur ihr bewusst war oder ob Lyon etwas ähnliches fühlte?

Der Gedanke hatte noch nicht ganz Form angenommen, als Lyon sich zu ihr herunter beugte und sie küsste. Der Kuss löste einen Sturm der unterschiedlichsten Gefühle in ihr aus, die sie weder zuordnen konnte noch hätte beschreiben können. Dann setzte das Denken aus und Dariana reagierte nur noch. Sie dachte in diesem Moment weder an Falsch noch an Richtig noch an irgendetwas sonst. Da war nur ein Gefühl das sie nicht einordnen konnte oder wollte – was genau es war interessierte sie in diesem Moment nicht. Sie schloss die Augen und fühlte nur noch den sanften Kuss des Vampires, der so völlig anders war als sie vermutet hätte. Darianas Arm hob sich ohne dass sie es bemerkt hätte, fuhr durch sein langes Haar bis ihre Hand kurz darauf ihren Platz auf seiner Wange fand und ihre Fingerspitzen dort sanft streichelnde Linien zogen. Die meistens vernunftgesteuerte Dariana ließ sich völlig in ihren Empfindungen treiben. Sie trat ein winziges Stück nach vorn und berührte nun mit ihrem Oberkörper sanft seinen. Ihre Lippen öffneten sich leicht während sie völlig versunken seinen Kuss erwiderte. Derartiges hatte sie noch nie zuvor erlebt, und sie war entschlossen diese neuen Gefühle zu genießen so lange es ging. Für sie begann nun ihre Uhr schneller zu ticken und was die nächsten Wochen oder Monate ihr bringen würden machte ihr Angst – so oder so. Wenn es nun etwas Schönes gab was man genießen konnte, so würde sie es tun. Die Angst und die Traurigkeit würden schlagartig wieder da sein wenn sie allein sein würde und zur Ruhe kam. Sie war immer schon so veranlagt gewesen dass sie sich mit Schmerzen oder Angst immer erst wirklich auseinander setzte, wenn sie allein war. So würde es auch heute sein. Aber jetzt war jetzt und später kam später. Egal wie es kam, sie würde es nicht aufhalten können.
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Beitrag© By Lyon Do Sep 03, 2009 7:09 pm

Aufmerksam lauschte Lyon Dariana und er verstand ihr Problem. Er verstand eine Angst, die vielen Männern unglaublich viel Scheu und Schwäche bereitete. Männer hatten Angst sich leiten zu lassen, in ihrem Wissen von jemanden abhängig zu sein, der sie schulen und leiten muss – er hatte damit seine Probleme und besonders, da sein Lehrer weiblich war und dazu ein Engel. „Vielleicht sollte man nicht die ganze Last seines Lebens nur auf der eigenen Schulter herumtragen. Wenn man seine Last erzählt so wird sie weniger und dein Gegenüber nimmt dir diese Lasten ab, du befreist dich davon. Hilfe ist nichts Verwerfliches.“ Sagte Lyon leise und betrachtete Dariana etwas strenger als gewohnt. „Hilfe ist genauso menschlich wie Egoismus.“ Lyon sah zu Dariana. „Es ist niemals Schwäche um Hilfe zu bitten. Es zeugt genauso von der Stärke um Hilfe bitten zu können, viele können das gar nicht.“ Fügte Lyon noch hinzu.

„Natürlich können Menschen für uns Vampire schön sein. Es ist ihre Natürlichkeit, die uns anzieht, ihre Lebendigkeit, ihre Wärme der Sonne, es ist ihr ganzes Wesen, ihre Sorglosigkeit auf dieser Erde, ihre wenigen Sorgen.“ Sagte Lyon leise und beäugte Dariana dabei sehr ausgiebig. „Ein schönes Geschöpf ist in jeder Lebenslage schön. Das Bauernmädchen früher konnte selbst mit Dreck im Gesicht wunderschön sein, eine Frau in weiten Klamotten kann wunderschön sein. Jeder hat seine eigene Schönheit und jeder trägt sie, ob offen oder versteckt – das ist egal.“ Er grinste sie an und zwinkerte dann. „Du bist schön, wie jedes Wesen auf seine ganz eigene Art und Weise bist du schön, du bist du und das ist schön.“ Sagte Lyon.

Lächelnd nahm Lyon Darianas warme Hand auf seiner Wange wahr. Es war so schön, dass sie sich jetzt treiben ließ und seiner Zuneigung zu folgen schien, vielleicht gebrauchte sie es auch nur, um ihre letzten Monate zu genießen, doch um ihre Nähe zu genießen, war es ihm das wert.
Er wollte ihr zeigen, dass das Bauchgefühl eine wunderschöne treibende Kraft sein konnte. Und dass sie darauf hören sollte in gewissen Situationen und nicht nur ihren Kopf gebrauchen muss.
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