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 Villa von Lyon

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Dariana
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Beitrag© By Dariana Mo Okt 11, 2010 9:32 pm

Dariana fühlte dass Lyon da war, aber sie nahm ihn nicht als Lyon wahr, sondern als jemanden, der einfach für sie da war. Allein das hatte eine beruhigende Wirkung. Was aber tatsächlich in diesem Augenblick geschah, hätte sie niemals für möglich gehalten. Irgendetwas fiel von ihr ab. Es war nicht so, dass sie schlagartig nicht mehr traurig war. Im Gegenteil! Aber sie fühlte sich trotzdem gleichzeitig erleichtert. Auch wenn es schrecklich war das zuzugeben, so hatte sie trotzdem dieses in ihren Augen völlig unpassende Gefühl. Diese Tatsache verstörte die weinende Frau. Und obwohl sie beinahe ein Schamgefühl empfand, so dämmerte ihr doch, warum sie sich erleichtert fühlte. Zum einen erkannte sie plötzlich, wie belastend die Situation in all den Jahren für sie gewesen war. Auch wenn sie ihre Mutter sehr geliebt hatte, so war sie doch stets betroffen und traurig gewesen, wenn sie gesehen hatte, was aus der einst so agilen und lebensfrohen Frau innerhalb sehr kurzer Zeit geworden war.

Das völlige ausgeliefert sein in eine Situation, wie sie kaum schlimmer sein konnte, hatte in Dariana ein Gefühl der Ohnmacht hervorgerufen, von dem sie sich niemals hatte befreien können. Und dann war da noch etwas. Sie war nun wirklich frei! Egal was sie tat, sie musste niemandem gegenüber ein schlechtes Gewissen haben, und sie musste auf niemanden Rücksicht nehmen. Sie würde nicht mehr sehr alt werden. Was wann und wie geschehen würde war unklar, aber dass es recht bald sein würde, war sicher. Zum Glück, vielleicht auch zu ihrem Pech, hatte sie durch das Erbe und kluges anlegen genug gespart um nicht auf das Geld angewiesen zu sein, was sie durch ihre Arbeit verdiente – zumindest nicht für die nächsten Jahre. Das Wegfallen ihrer Arbeit, die sie sehr ausgefüllt hatte, konnte ihr auch zum Verhängnis werden, aber diese Möglichkeit war für die junge Frau momentan nicht greifbar. In diesem traurigen Moment empfand sie die Befreiung von allen Fesseln als beruhigend und wie einen Schutz vor allem Bedrohlichen. Selbst den Tod ihrer Mom!

Dieses Gefühl konnte gefährlich und selbstzerstörerisch werden, aber in diesem Moment bot er der jungen Frau eine sanfte Form der Beruhigung, die sich unmittelbar auswirkte. Die Tränen versiegten rasch. Nach wie vor war sie schweißgebadet, der Schock suchte sich sein Ventil. Aber sie war in der Lage klar zu denken. „Lyon...Mom ist tot...Und was das schlimmste ist....Ich denke dass ich nun wirklich frei bin. Es gibt nichts mehr, was mich einschränken kann.“ Sie sah den Vampir durch ihre tränennassen Augen nur völlig verschwommen, aber das war ihr in diesem Moment egal. „Denkst Du dass ich undankbar bin? Ist dieses Gefühl in diesem Moment normal? Ich habe doch an meiner Mom gehangen. Und trotzdem fühle ich mich in diesem Moment beinahe befreit.“ Die Verunsicherung spiegelte sich sowohl in Darianas Augen als auch in ihrer Stimme wieder. Sie hob ihre Hand vor ihre Augen. Obwohl sie immer noch verschwommen sah, erkannte sie, dass ihre Hand zitterte. „Nerven habe ich noch. Die Hand zittert. Aber habe ich in diesem Moment meine Seele verloren? Ich meine...Bin ich nun nicht mehr in der Lage wirklich zu lieben? Oder ist das, was ich gerade fühle, das Ergebnis eines schleichenden Prozesse?“ Die junge Frau ließ ihre Hand wieder sinken und sah in das verschwommene Gesicht des Vampirs.
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Morgaine
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Illuminati

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Beitrag© By Morgaine Mo Okt 25, 2010 4:22 pm

Sicherheit sollten die fest um sie geschlungenen Arme ihr jetzt geben. Was auch immer sie jetzt fühlt, Lyon wagte nicht in ihren Gedanken jagen zu gehen und sich Gewissheit über ihr Denken zu verschaffen, obgleich es jetzt eine fast zu reizende Einfachheit besaß. Allerdings spürte er ihre Erleichterung und er selbst fand es nicht verwerflich.
Er verstand es sogar. Obwohl er die Menschenfrau noch nicht lange kannte, hatte er aus ihren Erzählungen, die sehr viel Liebe der Mutter gegenüber ausstrahlten, herausgehört, dass ihre Mutter trotz der Liebe eine emotionale Belastung für sie darstellte. Welche Last es sein musste, die eigene Mutter innerlich verfallen zu sehen, obwohl der Körper noch die Kraft besaß das Leben meisterhaft zu bestreiten. Wie musste es sein mit dieser Krankheit zu leben? Aktiv und Passiv? Und jetzt hatte die sterbliche Frau in seinem Armen selbst eine Krankheit, die ihr scheinbar das Leben erschweren würde. Welchen Rat konnte er ihr geben?
Er hatte nie bewusst als Sterblichen unter Sterblichen gewohnt. Seine Familie bestand komplett aus Vampiren, auch wenn er das sehr spät erfuhr. Krankheiten hatte er nie kennengelernt, sie gerieten an diese Familie nie heran.

Seine Hände fuhren durch ihre Haare und strichen sanft über die empfindliche Kopfhaut. „Das tut mir sehr Leid.“ Schnurrte die warme Stimme des Vampirs durch die gespannte Stille und durchschnitt diese warm und weich. „Nein, das bist du nicht.“ Antwortete die warme Stimme melodisch und seine Arme schlangen sich kurz ein Stück enger um sie. „Undankbar weshalb? Du warst eingeschränkt durch sie, das mag gemein klingen, aber du hast diese Last stets getragen … Du darfst dich jetzt frei fühlen. Schuldgefühle hat man sicherlich sehr oft, aber nicht immer haben sie einen richtigen Grund.“
Obwohl es in dieser Situation sicherlich unangebracht war, musste er schmunzeln. „Du kannst lieben, aber deine Liebe war so bedingungslos, dass du darunter gelitten hast."
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Maxim
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Beitrag© By Maxim Sa Nov 06, 2010 10:44 pm

Sanft strich er noch ein paarmal durch ihr Haar, bis sie ihn Fragte, wann er das Letzte Mal Blut getrunken hatte, worauf er in seiner Bewegung innehielt und sie ansah. Ja, er hatte schon wieder eine Weile nichts getrunken, obwohl sein Körper Normale Nahrung verdauen konnte, brauchte er hin und wieder das Rote Lebenselixier namens Blut. Sanft nahm er seine Hand von ihrem Kopf und ergriff zärtlich ihre Hand, bevor er diese zu seinen Lippen führte und zärtlich küsste. „Du hast mich ertappt Töchterchen“ hauchte er ihr zärtlich zu, bevor er versuchte das Thema zu wechseln. „Ja, in ein paar Tagen wirst du Volljährig und Ja, ich glaube dein Bruder wird sicher auch bei deinem Geburtstag dabei sein. Es ist immer dein ganz besonderer Tag Kleines“ sagte er mit sanfter Stimme.


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Jeanne
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Beitrag© By Jeanne Sa Nov 06, 2010 10:58 pm

Als er dann sprach und meinte das sie ihn ertappt hatte erhob sie langsam ihr Goldblondes Haupt, wobei sie ein sanftes Lächeln nicht verbergen ließ. Nur Langsam setzte sie sich auf und beschloss auf seinem Schoß Platz zu nehmen. Sanft aber dennoch Zierlich klammerten sich ihre Finger in seine Schultern und öffnete ihre Augen. „Vater…“, hauchte sie Zärtlich zu ihm zu und küsste seine Stirn Behutsam ehe sie mit ihrer rechten Hand das Gelockte Haar beiseite strich und ihren Nacken für ihn freilegte. „Bitte bediene dich an meinem Blut…ich weiß das es dir gut tun wird“, setzte sie noch dazu an und reckte ihm ihren Hals entgegen. Er konnte mit Sicherheit das Pochen ihres Pulses sehen und strich mit der linken Hand über seine Lippen was als kleine nekische Geste gemeint war. Doch das war ernst gemeint was sie verlangte. Noch nie hatte sie es ihm Angeboten und doch war sie gespannt seine Zähne in ihrem Fleisch zu spüren um seinen Verlangen nach dem Lebenssaft nach zu geben.
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Maxim
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Beitrag© By Maxim Sa Nov 06, 2010 11:57 pm

Still verfolgte er ihre Bewegung und hörte was sie sagte. Als sie auf seinem Schoß saß und ihm ihren Nacken anbot, konnte er deutlich ihre Adern sehen, die mit jedem Schlag ihres Herzens hervortraten. Nachdem sie mit ihren Fingern sanft über seine Lippen strich, wurde sein Verlangen nach ihrem Blut größer, das für einen Moment seine Persönlichkeit sich änderte. Auch seine Aura veränderte sich von einem Moment zum nächsten und sie hatte was Eiskaltes, Brutales und Machthungriges an sich. Selbst seine Augen hatten eine Rötliche Farbe und auch was Animalisches angenommen, während er langsam sein Lippen öffnete und man sehen konnte, wie seine Eckzähne langsam zu wachsen begannen, während er sich langsam ihrem Hals nährte.


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Jeanne
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Beitrag© By Jeanne So Nov 07, 2010 12:57 am

Sie schloss langsam wieder ihre Augen und spürte den Plötzlichen Aurawandel. Sie zuckte zwar merklich zusammen jedoch ließ sie es zu das er sie beißen durfte. Jeanne schmiegte sich langsam an den Körper ihres Vaters und machte sich bereit auf den Schmerz welcher in kürze auftreten würde. Ihr Herz schlug schneller, drohte aus ihrer Brust zu springen. Sie spürte nun wie seine Lippen sich langsam immer mehr an ihre Halsschlagader drängten, ruhe kehrte in ihr ein und wartete. Jeanne konnte deutlich Wahrnehmen wie seine Zähne sich begierig in das Weiche und Warme Fleisch bohrten. Großzügig quoll nun das Blut aus den Löchern wo er seine Fangzähne vergraben hatte. Keuchend klammerte sich Jeanne wieder fester an ihn heran und zog Leidenschaftlich an seinem Silbrigen Haar.
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Maxim
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Beitrag© By Maxim Di Nov 09, 2010 2:19 am

Als sich seine Fangzähne in Jeanne’s Hals bohrten und er ihren Blut zum ersten Mal kostete, riss er erschrocken seine Augen auf, wobei er schlagartig seine Aura sich wieder Normalisierte und er wieder zu sich kam. Sofort zog er seine Zähne aus ihrem Hals und blickte voller Scham zur Seite. „Tut mir leid, ich wollte das nicht“ sagte er mit leiser Stimme


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Beitrag© By Jeanne Mi Nov 10, 2010 1:17 am

Nachdem er sich wieder Normalisiert hatte und sie beschämt ansah, konnte sie es Deutlich spüren. „Shhhh….bitte Vater…es Brauch dir nicht Leid zu tun ich habe es dir Angeboten“, hauchte sie ganz leise zu ihm und streichelte seine Wange. Selbst besaß noch keine richtige Regenerationsfähigkeit um ihre Wunde zu verschließen weswegen das Blut noch weiter herunterlief und ihr Leicht Schwummrig wurde.
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Maxim
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Beitrag© By Maxim Do Nov 11, 2010 12:43 am

„Nein“ sagte er mit kalter stimme, wobei er sich von seiner Tochter entfernte. Der Geruch ihres Blutes machte ihn langsam rasend, worauf er sie am Nacken packte und sie zu sich heranzog und leicht mit seiner Zunge, über die beiden Biss Löcher leckte und sie so verschloss. „Ruh dich lieber gleich in deinem Zimmer aus“ sagte er ruhig, als der Wagen die Tore des Anwesend passierte.

TBC : Anwesen der Sorel's


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Dariana
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Beitrag© By Dariana Do Nov 18, 2010 8:48 pm

Obwohl es sich anfühlte, als hätte sie Watte im Kopf, dachte Dariana über die Worte von Lyon nach. Er hatte recht, auch wenn es sich beinahe gemein anhörte. Sie sollte sich frei fühlen, obwohl die ihr am nächsten stehende Verwandte – ihre Mutter – gestorben war. Und doch war es so, dass sie sich erleichtert fühlte. Nicht gut, aber erleichtert. So konnte sie sich nur um sich selber kümmern, musste für niemanden da sein und konnte entscheiden, ohne zu zögern. Beinahe bestürzt erkannte Dariana, dass sie tatsächlich bereits entschieden hatte. Obwohl sie eigentlich alles ruhig angehen sollte, so drängte es sie innerlich so schnell wie möglich gravierende Dinge in ihrem Leben zu verändern.

Die junge Frau war immer schon im Beruf bedacht und sorgfältig gewesen. Aber so ruhig und gewissenhaft sie die Dinge in der Pathologie anging, so gerne hätte sie privat vieles spontaner und zum Teil auch rücksichtslosger durchgezogen. Genau das war ihr aber unmöglich gewesen, weil ihre Mom krank war und sie es als ihre Pflicht angesehen hatte, erst an ihre Mutter und dann erst an sich zu denken. Nun würde sie nur noch an sich denken. Arbeiten konnte sie nicht mehr, der Aspekt ihres Lebens fiel weg. Sie konnte sich einfach abwenden und gehen. Aber was war mit ihren Freunden?

„Lyon. Wie hast Du Dir neugierige Menschen vom Leib gehalten? Ich meine ohne ihren Verstand zu manipulieren.“ Ein feines, kurzes Lächeln glitt über das von Tränen nasse und traurige Gesicht von Dariana. „Hattest bzw. hast Du menschliche Freunde und hast ihnen trotz der Freundschaft nicht gesagt, was sie vor sich haben? Ich möchte niemanden vor den Kopf stossen oder verletzen, aber ich möchte mein jetziges Leben hinter mir lassen. Ich kann es nicht so weiter führen, wie ich es gerne gewollt hätte, also muss ich mir Alternativen suchen. Dabei möchte ich nicht dauernd irgendwelche Fragen, eventuell sogar Vorhaltungen oder Vorwürfe hören.“

Die junge Frau hatte sich entschieden. Obwohl sie sich fühlte, als wäre sie völlig ausgelaugt und kraftlos, entging ihr in diesem Moment, dass sie in der momentanen Situation erstaunlich resolut und kraftvoll das, was ihr noch blieb, verändern wollte. Sie würde sich auch im Pflegeheim nicht mehr melden. Ihre Mom war tot. Sie hatte nichts mehr davon, wenn ihre Tochter kam und sich ihre tote Mom ansah. Ebenso wenig hatte sie etwas davon, wenn Dariana ihre Beerdigung in die Wege leitete, und an ihr Teil nahm. Das klang sicher grausam. Aber es wäre nur grausam, wenn ihre Mom noch leben würde, und ihre Tochter sich abwenden würde. Nun war es Zeit an sich selber zu denken, und sie war entschlossen, trotz ihrer Mutlosigkeit, was die Zukunft anging, das was ihr blieb zu gestalten.
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Lyon
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Beitrag© By Lyon Mi Dez 01, 2010 2:45 pm

Eine ganze Weile hielt Lyon es für angebrachter nichts zu sagen und beobachtete Darianna schweigend. Gelegentlich erwischte er sich sogar, wie er weg sah und nachdachte, doch worüber genau er sich den Kopf zerbrach, das wusste er nicht. Das geschah ihm oft, er machte sich übe rirgendetwas Gedanken und konnte es nicht benennen und irgendwann, wenn die Konfrontation mit diesem Etwas bevorstand, fiel es ihm wieder ein und seine Entscheidungen waren schon vorher von ihm getroffen worden. Morgaine hatte ihm gesagt, er solle es vielleicht als eine Gabe auslegen und für sich selbst ansehen, was ihm das Akzeptieren dieser seltsamen Gedankengänge bestimmt einfacher mache, doch es fiel ihm zunehmend schwer, dass er eine solche Gabe zu haben schien, die er selbst nicht beeinflussen konnte – oder konnte er es vielleicht doch? Es trachtete ihn nach einem Seufzer, doch bevor das Ansetzen eines Seufzer zum Ausführen wurde, fasste sich Lyon und wusste, dass es in dieser Situation unangebracht wäre und er sich mit einem lächerlichen Erklärungsversuch hätte retten müssen und das ging selten gut. Er erinnerte sich noch zu gut, wie die Vampiress vor einigen Jahren ausgeflippt war, als er sich wieder in seinen Gedanken verlor und sich dann versuchte zu erklären, als sie merkte, dass ihr absolut nicht zugehört hatte. Mittlerweile konnte er anderen Personen dabei lauschen und bekam alles mit, merkte nur, dass seine Gedanken um etwas anderes kreisten.

Gute Frage, wie hatte er sich die ganzen Neugierigen vom Hals gehalten. Er seufzte, er wusste, dass diese Antwort sehr schwierig war, denn das Unterfangen an sich war noch schlimmer und schmerzhafter. Er öffnete den Mund, doch schloss ihn dann wieder, denn er war sich seiner Antwort noch nicht ganz sicher. „Weißt du.“ Begann Lyon und sah auf den Boden und dann schweifte sein Blick zum Fenster. „Es ist sehr schwierig. Die Wahrheit, besonders diese Wahrheit kann vieles zerstören. Manche haben es sehr mutig aufgenommen und blieben gefasst und in meiner Nähe. Manche hatten Angst und waren freundlich zu mir aus Angst, dass ich mich jemals an ihnen bedienen könnte, selbst meine Erklärungsversuche, dass ich keine Bestie bin, haben nie gefruchtet. Aber manche jedoch, so sehr sie dich auch liebten, haben sich abgewendet, aus Scheu, Angst, Ekel, Hass … Viele Ursachen gibt es dafür. Jedoch muss ich sagen, dass man es nicht jedem sagen sollte, so lange man sich nicht sicher ist, ob derjenige diese Wahrheit aufnimmt und verarbeiten kann. Bei dir war ich mir sehr schnell sicher, du warst stark und bist es auch noch, auch wenn du dich gerade nicht so fühlst.“ Er wusste, dass diese Antwort mit Sicherheit keine ermunterung für dieses Leben war, aber er war sich sicher, dass sie erfolgreicher sein würde, als wenn er sie jetzt anlog und sie diese Erfahrungen ohne eine Vorbereitung machen würde. Vielleicht würde sie dann ihr Leben noch mehr als hassen als das Sterbliche und das wollte Lyon eigentlich nicht zulassen. „Jedes Lebewesen fasst diese Information anders auf und einen allgemeinen Tipp kann ich dir leider nicht geben. Man muss selbst entscheiden, wie sehr man mit dieser Information im Verboregenn bleibt und wie sehr auch nicht.“ Schloss er und sah zum Fenster hinaus. „Allerdings hast du auch einige Vorteile und vielen Menschen musst du es nicht sagen, es leicht seine Identität und wenig Misstrauen in der heutigen Zeit auf sich zu ziehen, wenn du nur weißt, wie man es macht und das sollte kein Problem sein, denke ich.“
Er lächelte sanft in ihre Richtung und seufzte. Auch er hatte damals nie Vorteile in diesem Leben gesehen und erst als Morgaine ihre Wirkung als Engel auf Männer präsentierte und ihn das selbe tun ließ, hatte er gemerkt, wie leicht sie zu beeinflussen waren und wie schnell man vergessen konnte, dass man alle überlebte. Man konnte sich mit interessanten Wesen umgeben und sich dann zurückziehen, auch wenn man oft sehr einsam war.
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Dariana
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Beitrag© By Dariana Di Dez 14, 2010 9:22 pm

Verwirrung und Angst waren die hauptsächlichen Gefühle, die Dariana beherrschten. Sie war sich sicher, dass vieles aus dem Mund von Lyon sehr einfach klang, aber sich bei der Umsetzung als unendlich problematisch herausstellen würde. Natürlich hatten einige Menschen schneller Angst als andere und natürlich verkrafteten Menschen unterschiedlich viel. Aber was war mit den Menschen, die zu Extremen neigten? Wenn sich ein Mensch dafür entschied nicht nachzulassen, und ständig die Nähe eines Vampirs suchte, vielleicht sogar ohne es zu wollen eine Gefahr für den Vampir wurde? Die junge Frau war zu müde um ihre Gedanken weiter zu verfolgen, aber sie war sich ziemlich sicher, dass Lyon sie verstand.

Kurz flackerte ein Lächeln über die traurigen Gesichtszüge der Gerichtsmedizinerin. „Stell Dir vor da wäre ein Mensch und Du wirst ihn nicht los. Ich meine damit nicht, dass Du Dich seiner nicht erwehren könntest. Ich meine einfach einen Menschen, der in der Öffentlichkeit laut über Dich nachdenkt. Ein Mensch, der deutliche Vermutungen veröffentlicht, und dabei vielleicht mehr Wahrheiten verbreitet, als es Dir lieb ist. Bist Du nicht gezwungen auf großen Abstand zu gehen um wirklich sicher zu sein?“

Dariana war klar, dass eine Zukunft in der Ewigkeit mit sehr viel Einsamkeit einher gehen musste. Und trotzdem sah Lyon nicht danach aus. Die junge Frau warf einen prüfenden Blick auf ihren neuen Freund. „Nein, Du siehst aus wie ein unverfroren attraktiver Mensch. Aber nicht wie ein einsamer, verbitterter Mensch, sondern ein Mensch, der am Leben teil nimmt.“ Dariana sprach aus, worüber sie vorher nachgedacht hatte. Und dann war da plötzlich ein Aspekt, der schlimm war. „Ich stelle es mir schrecklich vor, dass ein Mensch, der mir sympathisch ist und dem ich darum vertraue mit Angst oder gar Ekel oder Hass auf mich reagiert, weil ich mich ihm offenbare. Man muss einen sehr starken Charakter haben um damit umgehen zu können. Oder man wird irgendwann gleichgültig. Aber mit der Gleichgültigkeit kommt auch das Desinteresse an anderen Menschen. Und mit der Gleichgültigkeit kommt dann irgendwann vielleicht ebenfalls Hass, den man anfangs nicht fühlte.“

Dariana konnte sich des Gedankens der sie nun überfiel nicht erwehren. Egal was sie nun tat, ihr Weg würde sie ins Ungewisse führen. Sie war zwar neu in diesem Bereich, aber sie würde das Beste daraus machen. Entschlossen sah die junge Frau den Vampir an. „Es hat beinahe etwas pervers beruhigendes, wenn man weiß, dass man ruhig aus dem Fenster springen oder eine Bank überfallen kann, und für die Folgen nur noch bedingt gerade stehen kann. Die Zeit arbeitet über die Distanz auf jeden Fall für mich.“ Sie verzog leicht das Gesicht. „Ich glaube das ist nicht ganz das, was Du mir versuchst nahe zu bringen, aber es hat tatsächlich was beruhigendes.“

Dariana stand auf und strich sich durch das Haar. Dann fuhr sie mit den Händen über ihre nassen Wangen. „Zeigst Du mir Dein Leben? Ich meine Deine Welt?“ fragte die junge Frau und war neugierig wie das Wesen vor ihr nun reagieren würde. Sie würde alles aufsaugen, was dieser Mann ihr sagen oder zeigen würde. Aber würde er das auch wollen? Sie war ein unkalkulierbares Risiko für ihn. Vielleicht auch für andere? Mehr als dass ihre Bitte abgelehnt wurde, konnte nicht passieren. Zu ihrem Erstaunen bemerkte Dariana, dass Ablehnung ihr Schmerz bereiten würde. Aber wer nicht wagte, der gewann nicht. Aufmerksam beobachtete die hübsche Frau nun die Mimik des Vampirs.
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Beitrag© By Lyon Mi Dez 29, 2010 9:34 pm

Berechtigte Gedanken, musste Lyon sich eingestehen und dennoch hatte er das unsterbliche Leben lieben gelernt. Sicherlich stellten Sterbliche wie Unsterbliche stets eine Bedrohung der eigenen Existenz dar, doch wenn man geschickt lernte, welchen Menschen und Geschöpfen man vertrauen konnte, ließ sich das schnell vermeiden. „Das kann schlimm sein, aber auch nicht. Es kommt ganz darauf an, wer zuhört.“ Seufzte Lyon und betrachtete Dariana eine Weile. „Da die wenigsten Menschen sich Gedanken darüber machen, was sie denken, ist es leicht für mich zu unterscheiden, wer gefährlich wird und wer nicht.“ Stellte er fest und sah aus einem Fenster.

„Du denkst falsch. Wenn jemand mit Hass oder Ekel auf dich reagiert, kann es keine tiefe Zuneigung sein. Sie kann es nur sein, wenn man bereit ist, diese Gefühle wieder abzulegen.“ Murmelte Lyon und grinste. Kleine Grübchen waren nun zu sehen. „Oh, danke des Lobs.“ Lachte er schließlich.

Lyon funkelte sie an. „Ich kann dir sicherlich vieles zeigen und kann dir die Welt und einige Vampire zeigen. Vielleicht auch das Elementarste, der Biss.“ Seufzte Lyon. Der Biss war wie eine Droge, wie eine süße Verführung. Für den Vampir war es ein Rausch und für den Menschen, war es das ebenfalls. „Wenn du willst, lass uns ausgehen. Du wirst in meiner Gegenwart selbst in Vampirgebäuden sicher sein.“ Er streckte die Hand nach ihr aus.
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Beitrag© By Dariana Mo Jan 03, 2011 10:02 pm

Dass sie sicher mit Lyon wusste Dariana, auch wenn es merkwürdig anmutete. Es gab Momente, wo ihr inneres Warnsystem kurz Meldung machte, aber die junge Frau bemerke, wie diese Momente immer seltener wurden. Als Lyon die Bemerkung bezüglich des Beißens machte, legte sich die Stirn der Pathologin in Falten und auf ihrem Gesicht breitete sich ein Ausdruck von Unglauben aus. „Das hört sich ja fast so an, als wäre es was tolles gebissen zu werden.“ Sie war in ihrem Leben schon mehrfach gebissen worden. Von einem Kaninchen, von einem Hund und von einem Papagei. Meistens erntete Dariana, wenn sie von diesen Bissen erzählte, die meisten Lacher bei dem Papageibiss. Und gerade dieser und der Biss des Hundes waren alles, nur nicht zum Lachen gewesen. Es hatte gemein weh getan. „Sei mir nicht böse Lyon, aber ein Biss ist äußerst unangenehm.“

Die junge Frau suchte im Gesicht des Vampirs nach dem Ausdruck, den sie kurzfristig in seinem Gesicht zu sehen geglaubt hatte, fand ihn aber nicht mehr. Oder hatte sie sich geirrt, und Lyon empfand einen Biss doch nicht als etwas Besonderes? Einen Biss als etwas elementares zu sehen erforderte für Dariana doch mehr Mühe, als sie aufzubringen vermochte. Ein wenig verwirrt suchte sie nach einem Anschluss zu ihrem Gespräch. Langsam nickte die junge Frau, während sich zum ersten Mal nach den schlimmen Ereignissen vor wenigen Minuten ein zaghaftes Lächeln auf ihrem Gesicht ausbreitete. „Ja, lass uns in Deine Welt reisen. Ich würde sie gerne näher kennen lernen.“ Dariana war noch während sie diesen Satz aussprach über sich selber erstaunt und darüber, wie leicht er ihr über die Lippen kam. Sie war bereit alles hinter sich zu lassen, und für eine vielleicht kurze Zeit völlig neu anzufangen.

Warum das so war, ahnte sie nur. Vielleicht war das ihre letzte Chance um außergewöhnliche Dinge zu erleben, fremde Dinge, eben etwas völlig anderes, als ihr bisheriges Leben. Es war Pflicht und Sorge gewesen, zumindest in der Hauptsache. Nicht dass sie ungern so gelebt hätte. Nein, so war es nicht. Sie war in ihrem Beruf aufgegangen und liebte ihn immer noch. Und sie hatte an ihrer Mutter sehr gehangen. Der Verlust ihrer Mutter bohrte nach wie vor tief in ihrer Seele. Aber er war erträglich geworden durch die Gewissheit, dass sie nun tun musste, was sie in Begriff war zu tun. Nämlich alles hinter sich zu lassen und so viel neues in sich aufzunehmen, wie sie nur konnte. Vielleicht war es in ein paar Wochen vorbei, vielleicht aber auch erst in einem Jahr oder noch später. Sie wollte schöne Dinge erleben, aufregende Situationen durchleben, vielleicht in Gefahren geraten. Sie wollte einfach frei sein.

Geld genug hatte sie dafür, finanzielles war nicht ihr Problem. „Ich glaube, dass sich viele Menschen ein Bild von ihrem Gegenüber machen, das völlig falsch ist. Und wenn sie den Irrtum bemerken, sind sie enttäuscht, entsetzt oder vielleicht sogar abgestoßen. Ich glaube schon, dass nicht jede Liebe allen Widrigkeiten trotzen kann. Ob es dann eine falsche oder unechte Liebe war, kann ich nicht beurteilen.“ Dariana hatte beinahe mit sich selber gesprochen, denn eigentlich passte der Satz nicht genau hier hin. Sie schüttelte entschlossen den Kopf. „Egal wohin Du mich bringen willst Lyon, ich bin neugierig und interessiert an allem was Du mir zeigen möchtest.“ Dariana lächelte den Vampir an und merkte, dass sie ein wenig aufgeregt war. „Ich brauche nur Kleidung und....“ plötzlich stockte die junge Frau mitten im Satz. „Brauche ich das alles, oder besorge ich es mir unterwegs? Ein Aufbruch in eine neue Welt, ohne alten Ballast?“ Fragend sah sie Lyon an.
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Beitrag© By Lyon Mo Jan 03, 2011 11:24 pm

„Und hier ereilt dich die Unkenntnis eines Menschs.“ Seufzte Lyon und betrachtete aus den grünen Augen Dariana. „Du bist gebissen worden von was? Tieren. Die weder verstehen was es bedeutet zärtlich mit ihren Instrumenten zu sein, noch haben sie die Mittel, die Haut in irgendeiner Form zart und gefügig zu machen.“ Er wusste wovon er sprach, er selbst hatte den Biss als Mensch als einen großen, verführerischen Rausch wahrgenommen und hätte den Vampir sogar animiert ihn leer zu trinken, nur des Zehrens vom Gefühl wegen. Seine Augen musterten Dariana beinahe ungläubig. Er selbst glaubte, dass Dariana wenig Leidenschaft in ihrem Leben empfunden hatte, weswegen sie die Zärtlichkeit eines Bisses sicherlich nicht kannte. Selbst das sanfte Beißen beim Beischlaf war etwas ungewohnt Schönes. Gerade dann wurde die Haut so zart und berührungsempfänglich, dass selbst das sanfte Streifen der Zähne eine Ekstase bedeuten konnte. „Lass dich einmal beißen, von jemanden der es kann, und dann sage mir, dass ein Biss unangenehm ist.“ Hauchte er sanft und etwas Unwiderstehliches blitzte in seinen Augen.

Lyon lächelte so sanft, dass jede Frau ihm in die Arme sinken würde. „Liebe ist etwas Wundervolles, egal welche Form davon und welcher Dauer, es ist wundervoll. Nur wer sie wagt zu genießen, liebt wahrhaftig.“ Er grinste und drehte sich wieder zum Fenster. „Wenn du in meine Welt möchtest, dann brauchst du die Kleidung, der meinen.“ Das bedeutete, elegante Kleid aus Stoffen wie Brokat und Samt, so wie man Morgaine oftmals sah. „Unser erstes Ziel wird Transylvanien.“ Er selbst war schon lange nicht mehr dort gewesen, aber er freute sich das nachzuholen. „Und für Kleidung werden wir dort sorgen, dort gibt es hervorragende Schneider, hab keine Sorge.“ Er reichte Dariana mit einer eleganten Bewegung seine Hand.
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Beitrag© By Dariana Mi Jan 05, 2011 9:17 pm

Ein Biss war ein Biss. Und ein Biss tat weh. Die romantisch-gruseligen Szenen in Kinofilmen sah Dariana zwar auch gern, aber sie hatte sich niemals zu der Idee verstiegen, dass ein Biss derartige Reaktionen hervorrufen konnte, wie sie bei den Damen im Film aufkamen. Und gerade der Hals war empfindlich, genau wie Lyon es gerade selber gesagt hatte. Die junge Frau fühlte sich stark zu dem Vampir hingezogen, wenn er sie so seltsam ansah, wie gerade eben und dabei lächelte. „Knabbern am Hals beim Sex und einen Biss in den Hals, unterscheide ich aber schon.“ sagte sie leise und begann ebenfalls zu lächeln. Sicherlich sah sie wie eine hingerissene 14-jährige aus. Aber das störte die hübsche Frau nicht im geringsten. Sie war darüber selber verwundert.

„Ja, Liebe ist schön.“ pflichtete sie dem Vampir bei. Was allerdings ein Biss mit Liebe zu tun haben sollte, war ihr schleierhaft. Dariana ließ es auf sich beruhen. Sie war eine sinnliche Frau, wenn sich die Gelegenheit dafür bot. Sie war auch Sex nie abgeneigt gewesen. Allerdings hatte ihr eine feste Beziehung gefehlt. Sie war niemand, der die Männer wechselte wie Unterwäsche. Und zu Sinnlichkeit, Sex und Leidenschaft gehörte für sie eine engere Beziehung. Darum hatte sich Dariana in den letzten Jahren schwer getan was Männer anging. Sie hatte kaum Zeit gehabt und das was ihr fehlte mit Arbeit kompensiert. Und auch wenn es sich seltsam anhörte. Sie war damit glücklich gewesen.

Erstaunen malte sich im Gesicht der jungen Frau ab. „Vampire ziehen sich nach wie vor altertümlich an?“ Wenn dem so war, mussten sie doch in der Öffentlichkeit auffallen. Sie hatte aber niemals derartige ’Menschen’ bemerkt. Vielleicht hatte sie doch, hatte aber diesen Menschen einfach als Grufti abgestempelt? Das mochte sein. Abermals breitete sich ein Lächeln auf ihrem Gesicht aus. „Wenn es dazu gehört, dann werde ich derartige Kleider tragen.“ Eine beinahe kindliche Freude breitete sich in der jungen Pathologin aus. Sie mochte die altertümliche Mode, war sich aber sicher, dass sie oft auch unpraktisch war. Ihr war es in diesem Moment egal, sie wollte etwas neues erleben und würde versuchen sich so gut es ging anzupassen.

„Ich habe keine Sorge bezüglich der Kleidung. Du wirst schon wissen wohin wir müssen und was gut ist.“ Sie ergriff die dargebotene Hand und war sich für einen kurzen Moment voll bewusst, dass sie sich völlig in die Obhut von Lyon begab. Sie hatte nichts bei sich. Ein wenig Geld, ihre Kreditkarte und die Kleidung, die Lyon ihr gegeben hatte. Nun, eine schwarze Hose und ein sehr weites, weißes Hemd gefielen ihr persönlich sehr gut. Was sie trug stand ihr, das hatte Dariana im Spiegel gesehen. „Auf in ein neues Leben.“ sagte sie leise und ihre Augen funkelten abenteuerlustig.
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Lyon
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Beitrag© By Lyon Fr Jan 21, 2011 11:13 am

Auf Lyons Gesicht zeigte sich ein schelmisches Grinsen. Er selbst hatte sich gegen solche Äußerungen als Mensch immer gewehrt, doch ihn biss ein Mann. Auch wenn Lyon das kurze Gespräch mit seinem Schöpfer nur schlecht in Erinnerung hatte, so war ihm der Biss wie eine Droge in Erinnerung geblieben.

„Ich sehe das Kind erwacht.“ Lächelte Lyon, als Dariana sich begeistert zeigte über die Idee der Kleidung. „Ich werde dann alles in die Wege leiten, eine Dinge buchen. Ich denke in ein paar Tagen können wir aufbrechen.“ Grinste Lyon und verschwand aus dem Raum. „Wenn du noch einige Dinge erledigen willst, von hier oder noch von dir Zuhause, kannst du das gerne tun.“ Rief er und ging in das Arbeitszimmer.
Einige Gespräche später hatte Lyon 2 Flugtickets bekommen, der Flug würde in 2 Tagen stattfinden.
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Beitrag© By Dariana Mi Feb 16, 2011 8:23 pm

Dariana überlegte angestrengt. Sie hatte wirklich kaum etwas dabei. In ihrer schmutzigen Kleidung befand sich eine kleine Geldbörse mit ein paar Dollars. Ein Lächeln glitt über ihr Gesicht, als ihr einfiel, dass sie vor Monaten ihre Zweit-Kreditkarte in diese kleine Geldbörse getan hatte – nur für alle Fälle. Die junge Frau dachte nochmals angestrengt nach, aber sie konnte sich nicht erinnern, diese Kreditkarte, die sie kaum benutzt hatte, wieder heraus genommen zu haben. Eilig hastete sie wieder die Stufen hinauf. Wo nur hatte Lyon ihre Kleidung hin gebracht? Das Glück war der Gerichtsmedizinerin hold. Sie ging an einer angelehnten Tür vorbei und sah ihre Kleidung auf einem Gegenstand liegen, der an einen Wäschekorb erinnerte. Nur dass dieser Wäschekorb offensichtlich ein Unikat war und sehr alt zu sein schien.

Hastig stürzte sie auf ihre Kleidung zu und Sekunden später hatte sie die Geldbörse gefunden. Mit klopfendem Herzen sah Dariana nach und fand tatsächlich die Kreditkarte. Sie fühlte sich nun deutlich wohler, auch wenn sie wusste, dass es ihr bei Lyon an nichts fehlen würde. Unentschlossen stand sie einen Moment bewegungslos da und verließ dann den Raum. Auf dem Korridor kam sie an einem Spiegel vorbei und besah sich schmunzelnd ihr Spiegelbild. Es warf ihr das Bild einer Frau entgegen, die nach Darianas Meinung ein wenig schlanker sein konnte, die ein übergroßes altmodisches Hemd zu einer zu langen Hose trug, die umgekrempelt war und deren Haare ein wenig unordentlich aber trocken auf ihre Schultern fielen. Die schwarze Hose und das weisse Hemd sowie ihre dunklen Haare harmonierten wunderbar. Das Gesicht der Frau war hübsch, ohne dass die Gerichtsmedizinerin eine Bewunderin ihres Äußeren war.

Das Gesicht wirkte etwas erschöpft und in ihren Augen fand sich ein Hauch von Traurigkeit. Trotzdem umspielte ein leichtes Lächeln, das das Schmunzeln abgelöst hatte, ihren Mund und ihre Wangen waren von der Aufregung ein wenig gerötet. „Ich kann zufrieden sein. Ich glaube nicht jede Frau sieht so aus, wenn sich ihr Leben gerade drastisch ändert.“ Dann zog sich ihre Stirn in Falten. Sie würde ihre Wohnung nicht mehr betreten und sie würde nicht mehr bei ihrer Mom auftauchen. Obwohl die junge Frau sicher war, dass das ihrer Mom nicht einmal auffallen würde, nagten plötzlich Zweifel in ihr. Was, wenn diese sie doch vermissen würde? Die Gerichtsmedizinerin seufzte leise. Wenn ihre Mom noch am normalen Leben teilnehmen würde, würde sie sicher Verständnis für eine Frau aufbringen, die so handelte wie es Dariana vor hatte. Ihre Mom war abenteuerlustig gewesen, sie hätte verstanden.

Und ihre Arbeit? Unwillig schüttelte Dariana den Kopf. Sie war nun bedeutungslos geworden. Man würde erfahren dass sie krank war und sie einfach aus den Personalakten entfernen. Entschlossen huschte sie die Treppe hinunter und fand Lyon in seinem Arbeitszimmer. „Gibt es was zu erzählen?“ fragte sie gespannt.
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Beitrag© By Lyon Mo März 07, 2011 12:15 pm

Lyon stand am Treppenabsatz und musterte Dariana, die ihr Spiegelbild beobachtete und ihre Stirn in Falten legte. Er selbst hatte es schon oft beobachtet, dass Frauen sich im Spiegel ansahen und mit sich selbst und ihrem Spiegelbild redeten – sich sogar Komplimente machen, denen es an Galgenhumor nicht mangelte. Mittlerweile gestand sich Lyon die Faszination für eine menschliche Frau ein, die in seinem Haus lebte und vielleicht bald Opfer ihres sterblichen Körpers werden würde. Innerlich schmerzte dem Vampir diese Vorstellung, sie war einer der wenigen Menschen, die ihm an sein totes Herz gewachsen waren, die er gerne in seiner Gesellschaft hatte und jemand, dem er gerne lauschte.

Dariana wirkte in sich gekehrt und trotzdem mit sich zufrieden, als de junge Frau sich vor dem Spiegel drehte und strahlte auf Lyon ein Vollkommenheit aus, die er nicht kannte und auch nicht zu erklären wusste. Als was die beiden stehen würden, wenn sie ihre Reise durch die Welt beendet hatten, wusste Lyon nicht doch er hoffte, dass sie keine getrennten Wege danach gehen würden.
„Wie ich sehe, ist dein Lebensmut zurückgekehrt.“ Lächelte er dann schließlich und trat auf den Korridor. Er trug die Hose eines älteren Anzugs und ein Hemd, das bis zum Hals zugeknöpft war, seine Haare waren mittlerweile geöffnet und fielen ihm pechschwarz und glatt um den blassen Kopf.
„Die Flüge sind gebucht. Wir können gerne noch Sachen von dir holen, wenn du etwas brauchst.“ Ein Lächeln zog sich über seine Lippen. „Wenn du die Tage hier bleiben möchtest, kannst du eines der roten Gästezimmer hier auf dem Korridor beziehen.“ Er ging schwungvoll an Dariana vorbei und stieß eine Tür auf. Ein rötlicher Raum erstrahlte im Licht der Sonne. Lyon blieb andachtsvoll am Türrahmen stehen, da er sonst in die Sonnenstrahlen treten müsste. Er hatte nicht genug Blut getrunken um die Wirkung von Sonnenlicht für einige Augenblicke zu unterdrücken.

Das große schwarze Himmelbett fügte sich hervorragend in das Rot des Raumes, die durchsichtigen Vorhänge bewegten sich sacht im Wind des gekippten, altertümlichen Fensters. „Bevor du fragst, Morgaine hat die Räume eingerichtet. Wenn du mich fragst, ist das auch besser so, weil sonst wohl niemand freiwillig in diesen Zimmern geschlafen hätte.“ Er lachte. Er rief sich die Bilder seiner spärlichen Einrichtung ins Gedächtnis, bevor Morgaine die Türen aufgestoßen hatte und fragte, für wen die Gefängniszellen denn sein sollten. „Brauchst du etwas? Möchtest du vielleicht irgendetwas unternehmen?“ fragte Lyon dann und drehte sich zu Dariana. Ein sanftes, liebevolles Lächeln umschmiegte seine Lippen, während seine kalte Hand sacht über ihre Wange strich. „Egal was du denkst, du bist eine schöne Frau.“

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Beitrag© By Dariana Di März 15, 2011 7:01 pm

Die aufgeregte Dariana hatte nicht bemerkt, dass Lyon sie beobachtet hatte. Es wäre ihr wahrscheinlich ein wenig peinlich gewesen. Denn irgendwie hätte sie das Gefühl gehabt, ein Klischee bedient, ohne es zu wollen. So aber war sie, den Umständen entsprechend, entspannt. Lächelnd nickte die junge Frau. „Ich will zumindest versuchen mich nicht unter kriegen zu lassen. Ob mir das immer gelingt wird sich zeigen, aber ich bin entschlossen es zu versuchen.“ Sie ignorierte das leichte Druckgefühl im Magen, das von der Not kündete, mit der ihre Seele kämpfte. Es war normal dass sie Angst hatte, und einfach zur Tagesordnung über zu gehen war in ihrer Situation ein Kraftakt. Da war das Magendrücken absolut vertretbar.

Die junge Frau fühlte sich in Gesellschaft dieses Vampirs, den sie noch kaum kannte, wohl. Sie mochte ihn und fand seine Gesellschaft interessant. Sie fühlte auch seine erotische Anziehungskraft, verbot sich aber jeden Gedanken daran. Es gelang ihr recht gut, denn sie war völlig von anderen Gedanken und Gefühlen überwältigt, auch wenn mancher Blick und manches Lächeln von ihm durchaus kribbelte. Sie freute sich an der Tatsache, dass Lyon sie offensichtlich hübsch fand. Seine Bemerkungen waren da deutlich und sie glaubte ihm. Das reichte ihr in ihrem jetzigen Gefühlschaos. Das Angebot in ihr Haus zu gehen, um Dinge zu holen, die sie vielleicht brauchen würde, stieß ihre Meinung, dass sie nichts weiter brauchte, spontan um. Dariana war eine Frau. Nicht zu eitel, aber doch mit einem guten Gespür, um einen hübschen Anblick zu bieten.

Entschlossen sah sie den Vampir an. „Wenn es Dir nichts ausmacht...ich würde gerne doch noch einmal zu mir nach Hause, um einige Dinge einzupacken.“ ein Grinsen erhellte ihre hübschen Gesichtszüge. „Schaden kann es nicht.“ fügte sie hinzu. Dariana sah in den Raum, dessen Tür Lyon geöffnet hatte. Sie war sofort in das Zimmer verliebt. “Wunderschön.“ sagte sie und strahlte ihren Gastgeber an. Sie würde nicht in ihrem Haus bleiben, sonder diesen Raum vorübergehend als ihr zu Hause ansehen. Sie war hier nicht allein, sie würde zumindest etwas vom Grübeln abgelenkt werden und sie würde in einem schönen Raum leben. Was wollte sie mehr?

Ihr schoss durch den Kopf, dass man später vielleicht etwas trinken gehen könnte. Kaum hatte sie den Gedanken beendet, wurden ihre Wangen warm. Eine feine Röte bereitete sich darauf aus. Was für eine Idee! Ein Mann wie Lyon würde wohl kaum mit ihr in ein Restaurant oder eine Bar gehen. Er bevorzugte sicher andere Arten der Freizeitgestaltung. Zum Glück hatte sie diesen Gedanken nicht wirklich ausgesprochen! Sie warf dem Vampir einen vorsichtigen Blick zu und sah sofort wieder weg. Wie peinlich! Gehört hatte er ihren Gedanken wahrscheinlich trotzdem. Nun, dieses Fettnäpfchen hatte sie schwungvoll mitgenommen. „Momentan brauche ich eigentlich nur Deine Gesellschaft.“ sagte sie schnell, um von dem Gedanken abzulenken, den sie gehabt hatte. Dann erhellte ein spontanes Lächeln ihr Gesicht. „Das Kompliment kann ich nur zurück geben. Ich habe selten einen attraktiveren Mann als Dich gesehen.“ Sagte sie ehrlich und hoffte, dass es nicht anzüglich klang. Das war nicht ihr Ziel gewesen.
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Beitrag© By Lyon Do März 17, 2011 1:07 pm

„Du machst es richtig so.“ lächelte Lyon und blickte die Menschenfrau eine Weile schweigend an. Was waren sie ahnungslos. Erst jetzt fiel Lyon auf, wie ahnungslos und unbekümmert Menschen doch manchmal waren und vielleicht war es das, worum Lyon sie oftmals sogar beneidete. Die Ahnungslosigkeit, die Menschen oft besaßen, machte sie unbekümmert und schien ihnen ebenfalls weniger Last zu verschaffen als andere Wesen, obwohl sie durchaus viele Lasten zu tragen hatten. Krankheiten, Sterblichkeit.

Seiner Wirkung auf die Menschenfrau war er sich durchaus bewusst und er konnte sich sehr gut vorstellen, dies irgendwann zu verwirklichen. Doch war es ihm wichtig, dass diese Frau diesem auch völlig zustimmte, ihm folgte und es aus Genuss und Gier tat – kein anderer Antrieb. Ab und an flogen ihm ihre Gedankenfetzen entgegen. Sie wusste sehr gut, wie man denken konnte, ohne dass er es mitbekam, allerdings riss dies bei ihr sehr oft ein, sodass er einige Fetzen mitbekam. Er wusste sich nun in seiner Wirkung aus sie bestätigt und grinste schelmisch in sich hinein und wandt sich dann zur Tür des Zimmers. „Dann hole ich das Auto und dann fahren wir zu dir.“ Er grinste und ging die Treppe hinab.

„Ach.“ Er blieb stehen und blickte um die Ecke. Das schwarze Haar wirkte wie ein Vorhand. „Wir können nachher gerne etwas trinken gehen.“ Er zwinkerte und lief die Treppe hinab.

In den Garagen stand ein neuer Mercedes. Es hatte ihn Wochen gekostet sich für ein Auto zu entscheiden, normalerweise hatte er sich jahrelang chauffieren lassen, sodass er eigentlich keine Ahnung davon hatte, was ein Auto brauchte und was Luxus war. Und nun hatte er sich unter Morgaines Belustigung im Autohaus einen Mercedes mit allen Extras bestellt. Und er liebte dieses Auto.
Er zog sich einen langen, schwarzen Mantel aus einem schweren, alten Stoff über und ließ den surrenden Motor an. Langsam bewegte sich das Auto aus der Garage aus und wartete vor der Tür, bis Dariana herauskam.
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Beitrag© By Dariana Sa März 19, 2011 8:23 pm

„Oh, das hast Du mitbekommen?“ fragte Dariana ein wenig verlegen. Sie war sich zwar bewusst, dass Lyon mehr mit bekam als ihr in mancher Situation vielleicht lieb war, aber sie hoffte doch manchmal, dass er das Eine oder Andere überhörte. Trotzdem freute sie sich, dass der Vampir überhaupt mit ihr zusammen sein wollte. Dass er sich mit ihr beschäftigte bedeutete, dass er sich tatsächlich für sie interessierte. Die junge Pathologin hatte noch kein langes Leben hinter sich, das viele interessante Informationen bieten konnte. Also konnte das Interesse von Lyon nicht darauf zurück zu führen sein. Seltsamer Weise machte sie das stolz. Eine feine Nervosität machte sich in der jungen Frau breit, und es dauerte eine Weile, bis sie begriff warum. Sie würde nun zumindest für eine längere Zeit, ihr Haus betreten, und dann einer Zukunft entgegen gehen, die nur sehr verschwommen vor ihr lag.

Nun, es war immerhin eine einschneidende Veränderung, da durfte man sicher nervös sein. Und Lyon hatte es ihr bestätigt, sie machte alles richtig. Sie war Anfängerin was Neustarts in ihrem Leben anging, also waren sicher auf kleine Patzer erlaubt. „Ich beeile mich.“ sagte sie, und hastete zurück zu dem Raum, wo ihre abgelegte Kleidung lag. Hastig raffte sie alles zusammen und sah noch einmal in einen Spiegel, an dem sie vorbei kam. Sie sah ein wenig müde aus, ein wenig verwegen aufgrund der Kleidung und der ungebändigten Haare, aber sie war nach wie vor hübsch und wirkte gesund. Seltsamer Weise erwartete Dariana immer, wenn sie sich ansah, die Spuren ihrer Krankheit erkennen zu müssen. Sie hatte eine Diagnose bekommen, die ihr Leben radikal verändern würde. Das musste man doch sehen! Dass das blanker Unsinn war, wusste sie. So schnell sah man sicher nichts. Und trotzdem war die Erwartung eines Anblicks, der Krankheit erkennen ließ, nicht abzuschalten.

Die Gedanken, die Lyon sich über sie machte, hätten sie verwundert und sicher erfreut. Sie war viel zu uneitel um zu meinen, dass gerade sie das Interesse eines so uralten Wesens auf sich zog. Und sie wäre in ihrer Meinung bestätigt worden, dass sie bei dem Vampir sicher war. Er würde nicht aus einer Laune heraus ihr Leben radikal verändern, ohne dass sie mit den Veränderungen zurecht kommen würde. Sie selber fand Lyon sehr anziehend, wurde aber von ihren widersprüchlichen Gefühlen, was ihre Zukunft betraf, noch zu sehr irritiert, als dass sie derartigen Fantasien hätte nachhängen können. Denn mehr als eine Fantasie war es sicher nicht, da war sich die junge Frau sicher. Auch dass sie ihre Gedanken zu einem geringen Teil vor dem Vampir verstecken konnte, ahnte sie nicht. Wenn sie es gewusst hätte, wäre sie verwirrt gewesen. Denn sie bemühte sich keinesfalls, irgendetwas zu verheimlichen. Dazu war sie nicht im richtigen Gemütszustand.

Dariana hielt noch einmal kurz inne. Wo war Morgaine? War sie noch da? Sie hätte sich gerne von ihr verabschiedet, aber es war totenstill im Haus. Diese Frau war so leise wieder aus ihrem Leben verschwunden, wie sie erschienen war. Schade, aber es war nun einmal so. „Auf Wiedersehen Morgaine.“ sagte sie leise in den leeren Korridor. Die Antwort war Stille. Schnell rannte die junge Pathologin die Treppen hinunter und riss die Haustür auf. Verblüfft starrte sie auf den edlen, sündhaft teuren Mercedes an. Sie fing sich schnell, öffnete die Wagentür und saß Sekunden später neben Lyon. „Alter Falter.“ sagte sie mit ehrfürchtiger Stimme. „Das ist aber mal ein schönes Auto.“ Dariana lächelte breit. Sie liebte edle Autos und konnte zumindest erahnen, dass sie in einem wahren Luxusmodell sass.
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Beitrag© By Lyon So März 27, 2011 1:17 pm

Sanft rollte das Auto aus der Einfahrt. Lyon fuhr sehr vorsichtig, es war etwas, dass er nicht sonderlich oft tat, da er fast immer zu Fuß unterwegs war. Ihm schien sich die Fähigkeit zu schweben nicht zu eröffnen, worum er nicht böse war. Das Auto schnurrte sanft aus, als aus dem Rückwärtsgang hinauf schaltete und anfuhr. „Ja, ich habe es mitbekommen.“ Lächelte er dann. Warum auch nicht? Sich dem modernen ein wenig anpassen, konnte ja nicht schädlich sein, glaubte der elegante Vampir und hielt, um die Vorfahrt zu beachten, denn rollte das Auto auf die Straße. Erst jetzt fiel auf, dass man das kleine Anwesen am See von der Straße aus nicht sehen konnte, weshalb er es ausgewählt hatte. Er wollte keine Jugendlichen, die Parties nahe seines Hauses feierten, keinen Müll und wenig menschliche Gesellschaft, da die meisten Sterblichen ihm einfach nicht zusagten.

„Das Auto habe ich mir angesehen, irgendwie gefiel mir das große in meinen Augen doch sehr elegante Auto.“ Lächelte Lyon dann selbstsicher. „So, wo muss ich denn überhaupt hin?“ fragte er dann und blickte fragend in ihre Richtung.
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Beitrag© By Dariana Di März 29, 2011 7:08 pm

Auch wenn Lyon es nicht außergewöhnlich fand mit ihr etwas trinken zu gehen, so fand es Dariana um so mehr. Sie wusste zwar nicht, dass der Vampir die Gesellschaft von Menschen eher nicht als angenehm empfand, und dass sie diesbezüglich eine Ausnahme darstellte. Sie wusste aber, dass Lyon sehr alt war. Man konnte es sicher nicht mit einem alten Menschen vergleichen, aber die Interessen von Älteren waren einfach nicht die gleichen wie die von Jüngeren. Und selbst wenn der jungen Frau keine Disco oder irgendein ausgefallener ’Schuppen’ vorschwebte, so war eine Bar sicher nicht die erste Adresse eines Wesens, wie es Lyon war. Also war dies ein besonderer Abend.

Seltsam! Irgendwie war der ganze Abend bisher so anders als ihre sonstigen Abende, dass sie beinahe atemlos war. Wie viele Jahre hatte sie ein völlig normales Leben geführt, hatte sich ab und zu etwas gegönnt und hatte zu seltenen Gelegenheiten Freunde getroffen? Und nun war das alles völlig in den Hintergrund getreten. Sie war bereit sich anderen Dingen zu öffnen, die vielleicht viel wichtiger waren, als alles, was sie bisher getan hatte. Die junge Frau kuschelte sich in den eleganten Sitz des Wagens und fühlte sich bereit. „Ja, es ist ein tolles Auto.“ sagte Dariana und sah bewundernd auf das prachtvolle Armaturenbrett. Wie aus weiter Ferne drang die Frage des Vampirs zu ihr vor. „Oh, ich wohne in der Westford Lane 1263. Weißt Du wo das ist? Ansonsten kann ich Dich leiten, darin bin ich unschlagbar.“

Ihr Blick war schlagartig völlig unschuldig und sie sah Lyon mit ’herzigem’ Augenaufschlag an. Dann musste sie lachen. Sie war eigentlich alles andere als eine gute Führerin. Aber nachdem sie sich vom See entfernt hatten, wusste die nach einem Blick auf ein auffälliges Gebäude, wo sie waren. Schwierig wurde es bei ihr, wenn sie eine Karte vor sich hatte, und den Weg weisen sollte. Da war sie bekannt für gnadenloses Versagen.

Fragen drängten sich Dariana auf, und sie gab ihrer Neugier hemmungslos nach. „Wann genau geht es los? Wohin wird es gehen? Wie lange sind wir fort? Wird es eine Reise durch Hotels und Pensionen, oder eher etwas, was man als Individualreise bezeichnen könnte?“ Nun brach die Aufregung bei der jungen Pathologin vollends durch und zu ihrem Erstaunen kam sie ungebremst und ohne dass sie sich dafür schämte. Sie merkte, wie sich ihr Herz schneller schlug. Ihre Augen leuchteten und man bemerkte, wie die Begeisterung sich nun unverhüllt Bahn brach. Sie hatte in diesem Moment vergessen, dass sie eigentlich in einer schlimmen Lebenssituation steckte. In diesem Augenblick beschäftigte sie sich wirklich nur mit ihrem neu gewonnenen Freund, der Aussicht auf eine interessante und vielleicht sehr lange Reise.




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